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Die kirchliche Bestattung

Das Begräbnis der Toten war immer Pflicht der Angehörigen und der bürgerlichen Gemeinschaft. Die Beteiligung der Kirche daran ist im Laufe der Geschichte sehr unterschiedlich gewesen. Die Bedeutung der kirchlichen Feier liegt in der Verkündigung des Evangeliums von der Auferstehung der Toten. In der Fürbitte für den Toten und in der Aussegnung wird noch einmal die Hoffnung auf Auferstehung bezeugt. Die kirchliche Trauerfeier dient der Begleitung und dem Trost der Angehörigen und ist somit vor allem ein seelsorgerlicher Akt. Der Verstorbene muss der evangelischen Kirche angehört haben. Für Nichtkirchenmitglieder stehen freie Trauerredner zur Verfügung.

Im Todesfall wird ein Bestattungsinstitut beauftragt, die Bestattung und alle damit zusammen hängenden Notwendigkeiten zu organisieren. Das Institut verabredet mit Friedhof und Pfarrer den Termin für die Trauerfeier. Die Trauerfeier findet normalerweise vier bis fünf Tage nach dem Todesfall statt. Vorher trifft sich der Pfarrer mit den Angehörigen zu einem Gespräch.

Die Form der Bestattung kann sehr unterschiedlich sein, je nach Art (Feuer- oder Erdbestattung, große oder kleine Trauerfeier). Sie wird jeweils mit dem Pfarrer und dem Institut abgesprochen. In der Regel erfolgt eine etwa 20-30minütige Trauerfeier am Sarg in der Kirche oder in der Friedhofskapelle mit anschließendem Gang zum Grab. Bei einer Einäscherung findet die Feier häufig in den Institutsräumen statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt dann zwei bis drei Wochen später, auf Wunsch in Begleitung des Pfarrers. Auch Seebestattungen sind möglich. Es ist aber nicht erlaubt, die Urne auf eigenem Gelände zu bestatten oder gar mit nach Hause zu nehmen. Inzwischen bieten viele Friedhöfe sehr unterschiedliche und individuelle Formen der Bestattung an.

Die Trauerfeier besteht aus Musik, Gebet, Schriftlesung, Ansprache unter Bezug auf das Leben des Verstorbenen und Aussegnung.

Kosten für den Pfarrer entstehen nicht. Alle anderen Kosten werden über das Bestattungsinstitut abgewickelt.

Am Sonntag nach der Trauerfeier findet im Gottesdienst der Gemeinde die namentliche Nennung der Verstorbenen mit Gebet statt. Die Angehörigen werden dazu eingeladen.
Manchmal gibt es Schwierigkeiten bei der Terminabsprache zwischen allen Beteiligten. Diese müssen dann einvernehmlich gelöst werden.

In vielen Fällen werden heute aus Kostengründen oder weil die Angehörigen es nicht für nötig halten, keine Trauerfeiern mehr abgehalten. Die Verstorbenen werden immer häufiger anonym auf einem Urnenfeld beigesetzt. Viele haben dieses schon zu Lebzeiten verfügt, weil sie ihre Angehörigen nicht mit der Grabpflege belasten wollen. Auch wenn keine Angehörigen mehr da sind, kann der Pfarrer den Sarg oder die Urne zum Grab begleiten.

Kurt Dohm

 

Letzte Änderung: 9.02.04