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Trauung


 

 

Die kirchliche Trauung

Herkunft und Geschichte
Die Eheschließung war ursprünglich ein Rechtsakt zwischen den beteiligten Personen bzw. ihren Familien. Das öffentliche Interesse an einer geordneten Eheschließung übertrug deren Vollzug den Kirchen. Bis zur Einführung der zivilen Standesämter oblag den Kirchen die Beurkundung der Eheschließung, die keineswegs immer mit einem Gottesdienst verbunden war.

Bedeutung:
Nach evangelischem Verständnis findet eigentlich keine "Trauung" in der Kirche statt - die Ehe wird im Standesamt geschlossen, sondern lediglich ein Gottesdienst mit Segnung anlässlich einer Eheschließung.
Biblische Begründung: Matthäus 19,5f:
Jesus aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach (1. Mose 2,24): "Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein"? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

Die Bedeutung der kirchlichen Trauung liegt heute vornehmlich in der Vergewisserung der Eheleute vor Gott und in der Segnung der Ehe, vor allem in Bezug auf die Kinder.

Voraussetzung
Wenigstens einer der Ehepartner muss der evangelischen Kirche angehören. Ob eine Trauung erfolgen kann, entscheidet sich im Traugespräch mit dem Pastor, das darum frühzeitig genug erfolgen muss. Das gilt besonders bei geschiedenen Paaren.

Form der Trauung
Die Form ist sehr offen. Sie erfolgt in der Form eines Gottesdienstes mit Gebet, Predigt, Segen und Liedern. Im Einzelnen muss die Form abgesprochen werden. Meist werden ein gegenseitiges Trauversprechen und ein Ringwechsel gewünscht. Aber auch Freunde und Familienmitglieder können einbezogen werden. Es besteht keine besondere Kleider- vorschrift, aber meist wird die traditionelle Kleidung ("ganz in Weiß") bevorzugt. Die Eheleute erhalten über die Trauung einen Trauschein.

Ehejubiläum
Auch eine Silberhochzeit oder eine Goldene Hochzeit kann mit einem Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden. Auch dieser Wunsch sollte rechtzeitig mit dem Pastor abge- sprochen werden.

Kurt Dohm

 

Letzte Änderung: 9.02.04