Hilfe am Lebensende
Gespräche über Sterben und Tod
Vermeiden sie Durchhalteparolen wie „Das wird schon wieder.“ Gewiss ist auch die Begleitung auf das Lebensende hin für sie sehr schwer. Darum bleiben sie mit dieser Aufgabe nicht allein. Suchen sie sich geeignete Gesprächspartner, mit denen sie auch ihre Situation, ihre Trauer, ihre Angst besprechen können, damit sie hilfreicher werden für den Sterbenden.
Signalisieren sie ihm / ihr , dass sie offen dafür sind, über die Möglichkeit des baldigen Todes zu sprechen. Der Kranke kann dann selbst entscheiden, wie weit und tief er darüber sprechen möchte. Vielleicht fällt es leichter, erst über das zu sprechen, was noch „zu regeln“ ist, im weiteren Verlauf dann über die persönlichen Dinge und das Voneinander-Abschied-Nehmen.
Was kann ich tun, wenn ein Mensch länger bewusstlos ist, im Koma liegt und aus diesem Zustand nicht (mehr) erwacht? Es ist schwer, mit der eigenen Ungewissheit fertig zu werden. Ob er überhaupt noch etwas wahrnimmt? Und was kann für ihn noch getan werden? Weder sie noch die Ärzte können genau wissen, was ein Mensch noch spürt. Tun sie das, was sie sonst auch tun würden und was für ihn normal wäre: Mit ihm sprechen, etwas vorlesen, singen oder beten, die Hand halten oder streicheln, eine Kerze anzünden, …
Ein Mensch wünscht aktive Sterbehilfe?
Lesen sie dazu: Aktive Sterbehilfe und christliche Ethik
Wie können wir über das Sterben und den Tod sprechen? Lassen sie einen Menschen nicht im Unklaren über seinen wirklichen Zustand, um ihn zu schonen. Vielleicht spürt er selbst, dass sein Leben zu Ende geht. Und er würde unter der Ungewissheit und darunter leiden, dass sie ein Tabu daraus machen. Er wäre so auch der Möglichkeit beraubt, Abschied zu nehmen, letzte wichtige Gespräche zu führen, noch einmal von jemandem besucht zu werden, letzte Wünsche zu äußern oder etwas ins Reine zu bringen.
Andererseits sollten sie einem Sterbenden das Thema Sterben nicht aufzwingen. Jeder darf sein Leben so beenden, wie er es möchte und kann.
Achten sie auf Signale: Der Wunsch oder die Ahnung des bevorstehenden Sterbens wird oft in symbolhafter Sprache ausgedrückt. Jemand möchte „nach Hause“, erzählt von einer „Reise“, muss einen „Fluss überqueren“, über „die Brücke“ gehen. Sprechen sie über Gefühle, die mit diesen Bildern verbunden sind. Was braucht er für seine Reise? Welche Vorbereitungen sind zu treffen? Wem möchte er noch einmal begegnen? Was hofft er, wenn er am Ziel der Reise ankommt?


kirche-bremen
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