Bräuche und Trauerkultur
Bräuche, Symbole und Rituale
| Grabsteinsymbole A und O, x und P: Griechische Buchstaben, Alpha und Omega als Anfang- und Endbuchstabe des griech. Alphabeths, x und P die griech. Anfangsbuchstaben für Christus: Jesus Christus bzw. Gott als Anfang und Ende des Lebens und Herr über Leben, Tod und die Ewigkeit. Anker: Hoffnung. Boot: Übergang ins Jenseits. Efeu: Gedenken, Freundschaft. Engel: Trauer, Bote Gottes. Fisch: frühchristliches Erkennungszeichen für Christen / Christus. Herz: Liebe. Kleeblatt: Die Dreieinigkeit Gottes (Vater-Sohn-Heiliger Geist). Kranz: Vollendung, Unvergänglichkeit und Wiederkehr. Kreuz: Tod Jesu am Kreuz und Hoffnung auf Auferstehung. Krone: Lohn im Himmel. Lilie: Reinheit Lorbeer: Ruhm. Muschel: Pilgerschaft. Palmzweig: Sieg. Rose: Liebe, Jungfrau Maria. Schmetterling: Wiederauferstehung. Schwert: Sieg, Gerechtigkeit oder Gnade. Spirale: Lebens- und Todesweg. Veilchen: Demut. Weizen: Fruchtbarkeit. Weide: Trauer und Schmerz. |
Das Trauermahl
Im Anschluss an eine Trauerfeier findet oft in einem nahe gelegenen Restaurant oder zu Hause ein Trauermahl oder eine Kaffeetafel (auch: Leichenschmaus, Reueessen oder Tränenbrot genannt) statt. Das gemeinsame Essen und Trinken bildet den Ausklang der Trauerfeierlichkeiten und bereitet dabei schon den Weg in den Alltag vor. Oft werden Erinnerungen und Fotos ausgetauscht, und mit dem Blick auf das Leben des / der Verstorbenen auch an das weitere Leben gedacht.
Mit dem gemeinsamen Essen und Trinken stellt sich ein Stück Leben ein und Erzählungen aus dem Leben des / der Toten rufen auch fröhliche Erinnerungen hervor – es darf wieder gelacht werden.
Das Trauerjahr
trägt der Tatsache Rechnung, dass Trauer ein längerer Prozess ist und Zeit braucht. Der Trauernde / die Trauernde lebt mit einem besonderen Schmerz und muss sein / ihr Leben und seine / ihre Beziehungen neu einrichten.
So ist das „Trauerjahr“ ein Zeitraum des besonderen Schutzes und der Rücksichtnahme. Manchen genügen dafür einige Monate, andere brauchen weitaus mehr als ein Kalenderjahr.
Für viele Menschen sind Jahrestage hilfreich, sich zu erinnern und die Trauer auszudrücken. Darum gibt es auch besonders religiöse Gedenktage für die Verstorbenen, wie z.B. den Ewigkeitssonntag oder Totensonntag Ende November (der Sonntag vor dem 1. Advent). An diesem Tag wird in den Kirchen aller Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht, gebetet und Kerzenlichter für sie angezündet.
Grabsteine sind fest und beständig. Sie erinnern an einen aufrecht stehenden Menschen und symbolisieren so das Leben des / der Verstorbenen. Mit Grabsteinen soll das Andenken der Person in der Bevölkerung lange wach gehalten werden. In der christlichen Trauerkultur wird auf Grabsteine neben dem Namen oft das Kreuzsymbol oder ein Bibelvers graviert. Der Brauch Gräber zu schmücken, ist erst ca. 200 Jahre alt. Viele Grabsteinsymbole verweisen direkt oder indirekt auf den christlichen Glauben.
Das Kreuz erinnert als christliches Symbol an den gewaltsamen Tod Jesu am Kreuz und symbolisiert die Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten.
Engel sind in der christlichen Tradition Überbringer einer Botschaft Gottes. Sie verbinden so Gott und Mensch, Himmel und Erde. Sie erinnern uns in Zeiten der Trauer daran, dass die Verstorbenen bei Gott Aufnahme finden, und dass Gott auch die Trauernden trösten will.
Schmetterlinge verkörpern die Verwandlung in eine neue Gestalt. Aus der unscheinbaren Raupe wird ein bunter Schmetterling. Sie symbolisieren so die Hoffnung auf Auferstehung in einer völlig neuen nichtirdischen Existenz.
Blumen und Kränze: Blumen bringen verschiedenes zum Ausdruck: Die Vergänglichkeit des Lebens, die Liebe und die Hoffnung. Der Kranz ist ein Symbol für Vollendung und die Unvergänglichkeit des Lebens. Denn der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende.
Der Erdwurf
Nachdem der Sarg bei der Bestattung in die Erde gesenkt wurde, wirft der Pastor / die Pastorin dreimal Erde auf den Sarg, nennt noch einmal den Namen des Toten / der Toten und übergibt ihn mit Worten des Segens in die Hände Gottes.
Die Erde ist Zeichen dafür, dass wir wieder zu „Erde“ werden, und zu Gott zurück kehren, aus dessen Kraft wir ins Leben gekommen sind. So sind die Verstorbenen nicht verloren. Die Trauernden werfen daraufhin ihrerseits Erde auf den Sarg, als Zeichen des letzten Dienstes und letzten Grußes für den Verstorbenen / die Verstorbene.
Schwarze Kleidung
War früher viel stärker als heute die Farbe der Trauer. Sie wurde längere Zeit getragen und brachte sichtbar die Ausnahmesituation der Trauernden zum Ausdruck. Sie signalisierte anderen Menschen, respektvoll und behutsam mit den Trauernden umzugehen.
In alten Zeiten sollte sie einen vor dem Tod selbst schützen. Man stellte sich vor, dass der Tod als Person oder Geist auf einer Trauerfeier anwesend sei. Und man trug schwarz, um nicht aufzufallen oder gar sein nächstes Opfer zu werden.
Heutzutage wird schwarze Trauerkleidung meist nur noch kurze Zeit oder gar nicht mehr getragen.


kirche-bremen
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