Bräuche & Trauerkultur
Aktive Sterbehilfe und christliche Ethik
Die gezielte Tötung schwerstkranker und sterbender Menschen wird häufig diskutiert. Vielen erscheint sie plausibel und ethisch vertretbar, wenn sie auf Wunsch des Kranken erfolgt. Oft wird ein solcher Wunsch jedoch aus der Not geboren. Schmerzen, Einsamkeit und Verzweiflung führen dazu, nicht mehr leben zu wollen.
Wer Sterbehilfe leistet, kann später, abgesehen von möglichen strafrechtlichen Konsequenzen, unter starken Schuldgefühlen leiden. Wer z.B. unter dem unmittelbaren Eindruck des Leidens eines Mensches aus Mitleid seinem Bitten um Sterbehilfe nachgibt, kann später selbst nicht mehr mit dieser Entscheidung fertig werden, wenn sich mit mehr Abstand zeigt, dass es andere Alternativen gegeben hätte.
Die Ethik der Kirchen verbietet die Tötung eines Menschen und gebietet die Solidarität mit den Leidenden und die Hilfe zum Leben. Die Kirchen sorgen sich daher um eine humane Sterbebegleitung an stelle einer aktiven Sterbehilfe z.B. durch die Mitarbeit in Hospizinitiativen.
Zu einer menschenwürdigen Begleitung Kranker und Sterbender gehören so viel menschliche, seelsorgerliche und medizinische Zuwendung wie möglich. Die Kirchen helfen mit Bedingungen zu schaffen, in denen die Schmerzen, die Einsamkeit und Verzweiflung von Menschen gelindert werden. Und der Mensch darf auch an seinem Lebensende nicht als Kostenfaktor betrachtet werden. Eine aktive Sterbehilfe könnte sich schnell zu einem profitablem Geschäft entwickeln.
Hier finden sie zur weiteren Orientierung eine ausführliche Textsammlung zu "Sterbebegleitung statt aktiver Sterbehilfe" der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland.


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