Advent
Bedeutung
In der christlichen Kirche richten sich die Gedanken mit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest auf Wünsche und Hoffnungen, die mit der Geburt Jesu verbunden sind. Man erwartet das erneute Kommen Gottes an Ende der Zeiten und eine Erfüllung der alten Menschheitsträume nach Frieden und Versöhnung unter den Menschen. Christen sehen dies in Jesus Christus bereits zeichenhaft angebrochen. Die weltweite Erfüllung steht jedoch aus.
So ist Jesus ein Symbol für die Menschenfreundlichkeit und ein Zeichen des Friedens von Gott her, an dem Christen sich orientieren. Darum gilt die vierwöchige Zeit vor Weihnachten in Erwartung der Ankunft Jesu Christi immer auch als eine Zeit der Buße und Reinigung, um die Herzen der Menschen für die Versöhnung und den Frieden bereit zu machen. Auch die Geschenke, die in der Adventszeit besorgt und zum Weihnachtsfest verschenkt werden, dienen als Gruß des Friedens und als Liebeszeichen unter den Menschen.
In der Geschichte der alten Kirche ist eine Feier der Adventszeit erstmals im 5. Jahrhundert im Gebiet um Ravenna (Italien) bekannt. In der alten Kirche konnte sich die Adventszeit über vier bis sechs Sonntage erstrecken. Sie diente dazu sich zu besinnen und zu fasten ähnlich wie in der Passionszeit vor dem Osterfest. Auch bereitete man sich auf die Taufe vor, die zum Weihnachtsfest oder Epiphaniasfest vollzogen wurde. Schließlich setzte Papst Gregor der Große (†604) die Adventssonntage auf vier fest.
In der Bibel spielen in den Adventsgottesdiensten darum einerseits die Vorgeschichten zur Geburt Jesu eine Rolle, z.B. über die Ankündigung seiner Geburt. Andererseits kommt auch Johannes den Täufer in den Bick, der als Vorläufer Jesu gilt und auf Jesus hinweist. Schließlich werden auch Geschichten über die Ankunft bzw. Wiederkunft Gottes am Ende aller Zeiten und die Erfüllung des Friedensreiches gelesen.
Lesebeispiele in der Online-Bibel:
Jesu Ankunft in Jerusalem (Matthäus 21,1-9)
Ankündigung eines gerechten Königs (Jeremia 23,5-8)
Über das endzeitliche Kommen Gottes (Lukas 21,25-33)
Über die zukünftige Befreiung (Jesaja 35, 3-10)
Johannes der Täufer kündigt Jesus an (Lukas 3,1-14)
Maria wird die Geburt Jesu angekündigt (Lukas 1,26-45)
Marias Lobgesang (Lukas 1,46-56)
Adventszeit laut und leise, dunkel und hell ...
Die Adventszeit und das Weihnachtsfest fallen im Norden in die dunkle Jahreszeit. Den Menschen fehlt es an Licht, Wärme und Energie. Die Tage sind kalt und die Nächte lang. Viele treibt es auf die Weihnachtsmärkte oder in die Einkaufszentren, nicht nur um Geschenke einzukaufen, sondern auch um im Licht und unter Menschen zu sein. Nicht zuletzt darum ist die Adventszeit die geschäftstüchtigste Zeit des Jahres.
Die Kommerzialisierung des Weihnachtsgeschäftes mit all ihrer Hektik und ihren Unkosten steht jedoch im Widerspruch zur ursprünglichen Bedeutung der Adventszeit. Und auch die tiefen Wünsche der Menschen nach Wärme und Geborgenheit, nach Frieden und Liebe können letztlich nicht durch Gekauftes erfüllt werden.
Die Aktivitäten in der evangelischen Kirche bieten Alternativen und gehen über die Kommerzialisierung der Wünsche und des Schenkens weit hinaus.
In einer Vielzahl von Gottesdiensten, Andachten und Konzerten wird zur Ruhe und Besinnung für den Einzelnen, aber auch zur gemeinschaftlichen Feier des Gottesdienstes und gemeinsamem Singen eingeladen. Auch alternative Adventskalender, Basare oder Spendenaktionen wie „Brot für die Welt“ laden dazu ein, die Adventszeit und das Schenken aktiv, in menschlicher Wärme und solidarisch zu gestalten.
Adventskalender
Geschenke
Gottesdienste, Konzerte & Basare


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