Buß- und Bettag
Bedeutung
Der Buß- und Bettag wird am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr oder 11 Tage vor dem 1. Adventssonntag begangen. Er ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung. Beim Wort „Buße“ denkt man oft an daran, für etwas büßen zu müssen und bestraft zu werden. Im christlichen Verständnis geht es aber um das Nachdenken über Fehler und Irrtümer im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben, und über ein Umsteuern, eine Kurskorrektur oder Umkehr zum Guten. Im der Namenskombination „Buß- und Bettag" kommt gut zum Ausdruck, dass es sich um einen Tag der Besinnung, des Bittens und Betens um Einsicht, Vergebung Gottes und Kraft zur Umkehr geht.
Bußzeiten sind in der Kirche schon aus der Antike bekannt. Sie dienten dem Einzelnen dazu sein Gewissen vor Gott zu prüfen. Die Kirchen riefen an solchen Tagen aber auch vor Gott um Vergebung für die Schuld der Gläubigen auf und warnten vor gesellschaftlichen und politischen Fehlentwicklungen.
Auch die Buß- und Bettage trugen daher einen besonderen öffentlichen Charakter. Die Bevölkerung wie die Regierenden wurden angesichts von Gefahren, Notständen und Ungerechtigkeiten zur Buße und zum Gebet aufgerufen. Mit der Zeit gewann aber auch die Besinnung des Einzelnen auf sein persönliches oder familiäres Leben an Bedeutung. Viele Christen nutzen den Bußtag zur Gewissenprüfung und zur Teilnahme am Abendmahl, um in der christlichen Gemeinschaft zu beten und die Vergebung Gottes zu finden.
Der protestantische Buß- und Bettag wurde das erste Mal 1532 in Straßburg offiziell eingeführt, und dann zunächst an unterschiedlichen Tagen und verschiedenen aktuellen Anlässen wie z.B. Bedrängnissen während des Dreißigjährigen Krieges begangen. Diese zeitliche und regionale Unterschiedlichkeit wurde dann 1893 in Preußen aufgegeben und zugunsten des jetzigen Mittwochs vereinheitlicht. Während des zweiten Weltkrieges wurde er auf einen Sonntag gelegt. In der Nachkriegszeit galt er wieder in den meisten Bundesländern, ab 1981 dann in allen, als gesetzlicher Feiertag. 1995 wurde er dann zur Finanzierung der Pflegeversicherung ersatzlos gestrichen. Nur in Sachsen gilt er seitdem noch als gesetzlicher Feiertag. Der Buß- und Bettag hat seine Bedeutung als kirchlicher Feiertag darum jedoch nicht verloren.
Viele Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche laden zu Andachten oder Gottesdiensten ein, mit der Feier des Abendmahls meist am frühen Abend, um auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Hierbei bietet sich Gelegenheit darüber nachzudenken, welche Verantwortung im eigenen Leben wahrzunehmen ist, wo Besinnung und Umkehr nötig ist, und wie Gottes Vergebung und Hilfe zu finden ist. Und die gute Beteiligung daran zeigt, dass viele Menschen nach Tagen und Orten der Besinnung suchen, natürlich nicht nur am Buß- und Bettag. Aber die Verankerung des Buß- und Bettages als feste Größe im Kalender des Kirchenjahres bringt eben angemessen zum Ausdruck, dass im Leben des Einzelnen wie der gesamten Gesellschaft Tage der Besinnung, der Versöhnung und der Umkehr ein unverzichtbarer Teil des Lebens sind. Die liturgische Farbe des Buß- und Bettages ist als Farbe der Besinnung und Buße lila.
Bereits in der Bibel finden sich Geschichten und Gebete, in der Buße und Umkehr, Schuld und Vergebung thematisiert werden. Lesen Sie in der Online-Bibel:
Bittgebet um die Kraft zur Umkehr (Psalm 51)
Bittgebet um Vergebung (Psalm 130)
Der Prophet Jesaja: Recht und Barmherzigkeit statt Opfer (Jesaja 1,10-17)
Der Prophet Hesekiel über Buße und Umkehr (Hesekiel 33,10-20)
Der Prophet Jona ruft die Menschen Ninives zur Umkehr auf (Jona 3,4-10)
Jesus an der Seite der Sünder (Matthäus-Evangelium 9,9-13)
Der Apostel Paulus über Güte und Gericht Gottes, über Buße und Selbstgerechtigkeit der Menschen (Brief an die Römer 2,1-11)
Hilfen in Lebenskrisen – Beratung und Seelsorge
An Tagen des Nachdenkens und der Besinnung über eigene Lebensfragen, über Gewissensbisse und Schuldgefühle, nicht nur am Buß- und Bettag, brauchen Sie nicht allein bleiben. Die Bremische Evangelische Kirche bietet Hilfen in Lebenskrisen, Beratung und Seelsorge. mehr
Links
Busstag.de
Auf dieser Themenseite zum Buß- und Bettag der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Ev.-luth. Kirche in Bayern finden Sie eine Vielzahl von guten Gedanken, Gebeten und Materialien zu Fragen der Besinnung und Neuorientierung im Leben, die mit dem Buß- und Bettag verbunden sind. mehr
Gedanken zum Beten
Auf E-wie-evangelisch.de finden Sie zu einer ständig wachsenden Zahl von kirchlichen Themn wie Alltagsthemen Kommentare zum Lesen und Anhören – pointiert und aus evangelischem Blickwinkel, wie auch zu den kirchlichen Festen und Festtagen. mehr
Bußzeiten sind in der Kirche schon aus der Antike bekannt. Sie dienten dem Einzelnen dazu sein Gewissen vor Gott zu prüfen. Die Kirchen riefen an solchen Tagen aber auch vor Gott um Vergebung für die Schuld der Gläubigen auf und warnten vor gesellschaftlichen und politischen Fehlentwicklungen.
Auch die Buß- und Bettage trugen daher einen besonderen öffentlichen Charakter. Die Bevölkerung wie die Regierenden wurden angesichts von Gefahren, Notständen und Ungerechtigkeiten zur Buße und zum Gebet aufgerufen. Mit der Zeit gewann aber auch die Besinnung des Einzelnen auf sein persönliches oder familiäres Leben an Bedeutung. Viele Christen nutzen den Bußtag zur Gewissenprüfung und zur Teilnahme am Abendmahl, um in der christlichen Gemeinschaft zu beten und die Vergebung Gottes zu finden.
Der protestantische Buß- und Bettag wurde das erste Mal 1532 in Straßburg offiziell eingeführt, und dann zunächst an unterschiedlichen Tagen und verschiedenen aktuellen Anlässen wie z.B. Bedrängnissen während des Dreißigjährigen Krieges begangen. Diese zeitliche und regionale Unterschiedlichkeit wurde dann 1893 in Preußen aufgegeben und zugunsten des jetzigen Mittwochs vereinheitlicht. Während des zweiten Weltkrieges wurde er auf einen Sonntag gelegt. In der Nachkriegszeit galt er wieder in den meisten Bundesländern, ab 1981 dann in allen, als gesetzlicher Feiertag. 1995 wurde er dann zur Finanzierung der Pflegeversicherung ersatzlos gestrichen. Nur in Sachsen gilt er seitdem noch als gesetzlicher Feiertag. Der Buß- und Bettag hat seine Bedeutung als kirchlicher Feiertag darum jedoch nicht verloren.
Viele Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche laden zu Andachten oder Gottesdiensten ein, mit der Feier des Abendmahls meist am frühen Abend, um auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Hierbei bietet sich Gelegenheit darüber nachzudenken, welche Verantwortung im eigenen Leben wahrzunehmen ist, wo Besinnung und Umkehr nötig ist, und wie Gottes Vergebung und Hilfe zu finden ist. Und die gute Beteiligung daran zeigt, dass viele Menschen nach Tagen und Orten der Besinnung suchen, natürlich nicht nur am Buß- und Bettag. Aber die Verankerung des Buß- und Bettages als feste Größe im Kalender des Kirchenjahres bringt eben angemessen zum Ausdruck, dass im Leben des Einzelnen wie der gesamten Gesellschaft Tage der Besinnung, der Versöhnung und der Umkehr ein unverzichtbarer Teil des Lebens sind. Die liturgische Farbe des Buß- und Bettages ist als Farbe der Besinnung und Buße lila.
Bereits in der Bibel finden sich Geschichten und Gebete, in der Buße und Umkehr, Schuld und Vergebung thematisiert werden. Lesen Sie in der Online-Bibel:
Bittgebet um die Kraft zur Umkehr (Psalm 51)
Bittgebet um Vergebung (Psalm 130)
Der Prophet Jesaja: Recht und Barmherzigkeit statt Opfer (Jesaja 1,10-17)
Der Prophet Hesekiel über Buße und Umkehr (Hesekiel 33,10-20)
Der Prophet Jona ruft die Menschen Ninives zur Umkehr auf (Jona 3,4-10)
Jesus an der Seite der Sünder (Matthäus-Evangelium 9,9-13)
Der Apostel Paulus über Güte und Gericht Gottes, über Buße und Selbstgerechtigkeit der Menschen (Brief an die Römer 2,1-11)
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