Himmelfahrt
Als Juri Gagarin, der erste Astronaut, im Jahr 1961 im Weltall die Erde umkreiste, hat er gesagt, er habe Gott dort gesucht aber nicht gefunden. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn Gott befindet sich nicht „da oben“ auf einer Wolke oder in der Erdumlaufbahn. Die Rede vom Gott im Himmel, wie auch von Himmelfahrt Jesu umschreibt auf eine symbolische Weise das, was verborgen und unsichtbar ist, jedenfalls nicht räumlich oder naturwissenschaftlich definierbar.
Der Himmel bezeichnet den Wohnort Gottes, der überall sein kann und nicht nur auf den Himmel über uns beschränkt ist. Auch der Himmel befindet sich ja räumlich nicht nur über uns, sondern in allen Richtungen um uns. Darum ist dieser bildhafte Ausdruck auch für den modernen Menschen nachvollziehbar, der weiß, dass er auf einer Kugel lebt, den Himmel um sich herum. Und so beschreibt die Himmelfahrt Jesu Christi in symbolischer Sprache den Weg zu Gott. Der auferstandene Jesus verabschiedet sich von den Jüngern, da er nun nicht mehr in seiner „irdischen“ Form weiterlebt, sondern verborgen: in der Erinnerung, in der Hoffnung, mit dem Mut und in der Kraft, mit der die christliche Liebe und Versöhnung verkündet und praktisch gelebt wird.
Der Abschied von Jesus bedeutet so auch etwas Neues. Es ist der Beginn einer christlichen Gemeinschaft ohne den leiblich anwesenden Jesus. Mit der Himmelfahrt Christi wird der Blick schon auf das Pfingstfest gerichtet, dem Gründungsfest der christlichen Kirche. Die liturgische Farbe des Himmelfahrtstages ist weiß, als Farbe Jesu und Gottes.
Lesen Sie dazu in der Online-Bibel:
Christi Himmelfahrt (Apostelgeschichte des Lukas 1,1-14)
Bräuche
In der frühen Christenheit war die Erinnerung an die Himmelfahrt Christi mit dem Osterfest verbunden. Seit dem 5. Jahrhundert setzte es sich als eigenständiges Fest in den christlichen Kirchen des Westens und Ostens durch. Die Zahl 40 hatte eine besondere Bedeutung entsprechend der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern.
Im Mittelalter wurde die Himmelfahrt oft dadurch veranschaulicht, dass eine Christusfigur in der Kirche hinaufgezogen wurde. Die Osterkerze, am Ostersonntag entzündet, wird vielfach am Himmelfahrtstag oder zu Pfingsten gelöscht. So wird der Abschied vom auferstandenen Christus und der Beginn der Pfingstzeit, als der Zeit und des neuen Weges der christlichen Kirche, zum Ausdruck gebracht.
Gottesdienste
In der evangelischen Kirche wird die Thematik des offenen Himmels des Himmelfahrtstages heutzutage gerne mit der Feier von Gottesdiensten unter freiem Himmel verbunden. Im Frühling und Wonnemonat Mai zieht es viele Menschen ins Freie. Darum feiern manche Gemeinden am Himmelfahrtstag z.B. Open-Air-Gottesdienste, im Rahmen eines Gemeindefestes oder Gemeindeausfluges, als Familiengottesdienst, auch gemeinsam mit anderen Gemeinden und mit Taufen. Wesernahe Gemeinden in Bremen feiern gelegentlich zu Himmelfahrt oder Pfingsten einen Gottesdienst mit Taufen an der Weser.
In diesem Rahmen bietet der Himmelfahrtstag als Familientag oder Gemeindeausflugstag auch eine Alternative zu den oft alkoholträchtigen Ausflügen der Väter an diesem auch als Namen „Vatertag“ bekannten Tag.
Hier finden Sie in zeitlicher Nähe einen Überblick über der Gottesdienste und Konzerte in der Bremischen Evangelischen Kirche
Gottesdienste am Himmelfahrtstag
Gottesdienste zum Pfingstfest
Musikalische Gottesdienste & Konzerte am Himmelfahrtstag
Musikalische Gottesdienste & Konzerte zum Pfingstfest
Links
Gedanken zum Himmel
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