Das Kirchenjahr
Alles hat seine Zeit
„Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;
pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; ...
Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit.“
(aus: Prediger 3, Altes Testament)
Unsere Lebenszeit wird bestimmt durch regelmäßig wiederkehrende Abläufe und Ereignisse die uns die Zeit erleben lassen und die unseren Rhythmus bestimmen. Im täglichen Wechsel von Tag und Nacht finden wir Schlaf und erwachen mit neuer Kraft für die Aktivitäten des nächsten Tages. In der wöchentlichen Folge von Werktag, Samstag und Sonntag finden die Zeiten von Arbeit und Freizeit einen sinnvollen Kreislauf. Und im Wechsel der Jahreszeiten durchleben wir vielfach bestimmt von den natürlichen Abäufen der Natur längere Phasen der Aktivität und Arbeit, des Urlaubs und der Ruhe. Dazu kommen Ereignisse in unserem persönlichen Kalender, wie Geburtstage, Festtage und Jubiläen, oder auch Todestage, die unseren Alltag durchbrechen. Solche Tage bedeuten etwas Besonderes und lassen uns unsere Lebenszeit in ihrem Auf und Ab und in ihrem Wandel spüren.
Das Kirchenjahr ist mit seinen Festen an solchen Lebensrhythmen orientiert. Viele unserer Feiertage, allen voran der wöchentliche Sonntag, wurzeln in den Traditionen der christlich-jüdischen Religion. Oft ist die Erinnerung an Ereignisse und Personen des christlichen Glaubens und der christlichen Kirche darin eingebunden. Und gleichzeitig können fundamentale Bedürfnissen und Themen des persönlichen, familiären oder politischen Lebens darin zum Ausdruck gebracht werden. So verbinden die Feste des Kirchenjahres Menschen miteinander, indem sie gemeinschaftlich gefeiert werden, indem an Bedeutendes erinnert wird und indem man sich vergewissert, an was man glaubt.
Der Sonntag z.B. erinnert Christen an die Auferstehung Jesu und gleichzeitig (wie für Juden am Sabbat) an den 7. Tag der Schöpfung, an dem Gott von seiner Arbeit an der Erschaffung und der Bewahrung der Welt ausruht. Daher dient Christen der Sonntag (wie Juden der Sabbat) zur Erneuerung ihres Lebens. Er bedeutet Freiheit von den Mühen der Arbeit. Er ist ein Tag der Ruhe und Besinnung. Er bietet Zeit für Familie, Beziehung und Freundschaft und die Möglichkeit gemeinsam im Gottesdienst zu beten und zu singen.
Weihnachten und Ostern erinnern als zentrale Feste der Christen an Geburt bzw. Tod und Auferstehung Jesu. Gleichzeitig bringen sie vielfach Menschen in ihren Familien und Freunde aus zusammen und lassen sie im Lichte der Kerzen, mit Geschenken und vielfach auch im Rahmen eines Gottesdienstbesuchs Gemeinschaft erfahren. Wichtige Lebensthemen wie die Hoffnung auf Liebe und Frieden kommen an diesen Tagen in den Blick. Aber auch an anderen Feiertagen bieten sich Gelegenheiten, gemeinsam zu feiern oder Ruhe zu finden. Viele Menschen kommen z.B. im Herbst zum Erntedankfest zusammen. Dann werden Früchte des Gartens und Feldes in die Kirche gebracht, um für alle Lebens-Mittel zudanken. Oder am Ewigkeitssonntag wird in besonderer Weise der Toten gedacht und über die Grenzen des Lebens nachgedacht.
Feiertage sind Haltepunkte und Raststätten auf der Fahrt durch das Jahr. Das Kirchenjahr bietet mit seinen Festzeiten viele Möglichkeiten, die eigene Geschwindigkeit zu verringern und Stopps einzubauen, wenn das eigene Leben als zu schnell, zu laut oder zu oberflächlich empfunden wird. Kirchen und Gemeindehäuser bieten hierzu besondere Räume der Ruhe und Meditation. Sie sind aber auch Treffpunkte, miteinander zu beten, Musik zu hören und zu singen, oder über Themen des eigenen Lebens zu sprechen. Und neben den einzelnen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern gibt es im Jahreslauf auch besondere Zeitphasen wie die Adventszeit vor Weihnachten oder die Passionszeit vor Ostern, in der besondere Veranstaltungen und Aktionen in den Gemeinden und Kirchen stattfinden.
Die Bremische Evangelische Kirche lädt dazu ein sich auf diesen Webseiten über die Bedeutung und Bräuche des christlichen Festkalenders und die damit verbundenen Themen zu informieren. Und sie finden Tipps für den Besuch von Gottesdiensten, Konzerten und weiteren besonderen Veranstaltungen in Bremen.


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