Passionszeit
Karfreitag
Die evangelischen Gemeinden feiern den Gottesdienst mit Abendmahl. Oft gibt es zur Sterbestunde Jesu am Karfreitagnachmittag eine besondere Andacht. Die gottesdienstliche Farbe ist schwarz. In manchen Kirchen werden als Zeichen der Trauer auch der Altar oder das Kreuz schwarz verhängt. Der Karsamstag wird dann vielerorts als Tag der stillen Andacht verstanden. Jesus ist bereits tot, aber noch nicht auferstanden. Sinn ist es, die Ohnmacht und Trauer der Jüngerinnen und Jünger nachzuvollziehen. Die liturgische Farbe des Karsamstag ist lila.
Die Kreuzigung Jesu stellt die Menschen vor die Frage nach dem Sinn von Leiden und Tod. Im Falle Jesu wird ein Mensch zu Unrecht zum Tode verurteilt und am Kreuz hingerichtet, der als Wanderprediger Menschen heilte, ihnen zu ihrem Recht verhalf und ihnen durch seine Taten und Reden Hoffnung machte. Darum war er den Mächtigen ein Dorn im Auge.
Für die Christen gilt er als der Mensch gewordene Gott, der Frieden und Versöhnung unter die Menschen brachte und diesen Zielen bis in den Tod hinein treu geblieben. In der Bibel wird darum auf vielerlei Weise zum Ausdruck gebracht, dass sein Tod nicht sinnlos war. Er hat sich für die Menschen geopfert. Er ist für ihre Sünden gestorben und hat noch am Kreuz um Vergebung für diejenigen gebeten, die ihn hinrichteten, und diejenigen, die das in der Menge bejubelten. Für Christen ist es Gott selbst, der in tiefer Solidarität mit den Menschen ihre Leiden auf seinen Schultern trägt, wenn sie unschuldig sind, aber auch dann, wenn sie eine kaum wieder gut zu machende Schuld auf sich geladen haben. Gott opfert sich selbst, damit Menschen aufhören einander zu opfern.
Karfreitag kann nicht ohne Ostern verstanden werden. Am Ostersonntag, so berichtet die Bibel, wird Jesus von Gott von den Toten auferweckt. Er begegnet seinen verängstigten Jüngern und Jüngerinnen. Die erkennen ihn zuerst nicht, fassen dann aber neuen Mut. Karfreitag und Ostern gehören also zusammen. Mit der Auferstehung wird erkennbar, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. So wurde das Kreuz zum zentralen Symbol der christlichen Kirchen. Durch die Auferstehung ist es aber nicht nur Mahnmal der Opferbereitschaft Jesu, sondern wird auch zum Symbol der Hoffnung, dass Gott durch Leid hindurch zu neuem Leben befreit.
In der Erinnerung an die Kreuzigung Jesu richten Menschen ihren Blick auf das „Kreuz“ im eigenen Leben. Karfreitag wird zum Tag der Besinnung über den Sinn und Unsinn von Leiden und Tod. Dies kann die Erinnerung an die Verstorbenen einschließen. So ist es in vielen Familien Brauch, an diesem Tag auf den Friedhof zu gehen und ihrer Toten zu gedenken. Dies kann auch bedeuten, über den Sinn eigener Krankheit oder Schicksalsschläge, oder über Fragen eigener Verantwortung und Schuld nachzudenken bzw. das Gespräch zu suchen.
Die evangelische Kirche bietet viele Möglichkeiten, in den Fragen um Leiden, Tod und Schuld nicht allein zu bleiben. Die Gemeinden bieten in ihren Kirchen und Gottesdiensten Orte der Ruhe, der Besinnung und auch des gemeinsamen Gespräches über solche Fragen. Sie können z.B. mit jedem Pastor / jeder Pastorin ein seelsorgerliches Gespräch vereinbaren. Diese Gespräche bleiben absolut vertraulich, sie unterliegen der Schweigepflicht und dem Beichtgeheimnis.
Kontaktinfos erhalten Sie über die Gemeindesuche. Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten der Beratung und Seelsorge, um in einem vertraulichen Rahmen über diese Fragen zu sprechen und Hilfe zu finden. Rat & Hilfe: Die Beratungs- und Seelsorgeangebote der Bremischen Evangelischen Kirche und des Diakonischen Werkes
Beispiele aus der Bibel Online
Kreuzigung und Tod Jesu
Jesu Kreuzigung und Tod (Lukas 23, 32-49)
Jesu Grablegung (Matthäus 27,57-66)
Die ganze Leidensgeschichte Jesu
Die Passionsgeschichte in der Online-Bibel lesen (Deutsche Bibelgesellschaft)
Die Passionsgeschichte anhören und runterladen (mp3) (Ev. Kirche in Hessen und Nassau)
Gottesdienste
Karfreitagsgottesdienste in der Termindatenbank
Links
Gedanken zur Kreuzigung
Auf E-wie-evangelisch.de finden Sie zu einer ständig wachsenden Zahl von kirchlichen wie Alltagsthemen Kommentare zum Lesen und Anhören – pointiert und aus evangelischem Blickwinkel, wie auch zu den kirchlichen Festen und Festtagen. mehr


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