Kirchengemeinde in der Neuen Vahr
Christuskirche
Auf welcher erstaunlichen Bandbreite man an die Aufgabe heranging, belegen die Berichte aus den Anfangsjahren. Haus- und Bibelkreise, Kinder- und Erwachsenengruppen bildeten sich. Einmal im Monat wurde unter aktuellen Themenstellungen zu „Kirchabenden“ eingeladen. Die drei mit Orffschem Instrumentarium ausgestatteten Chöre unter der Leitung von Günther Kretzschmar, der auch als Komponist bekannt geworden ist, machten von sich reden. Bedeutung nicht nur für den neuen Stadtteil erlangten die „Vahrer Gespräche“, deren Regie der Christus Gemeinde zufiel. Besonderes Gewicht legte man auf Gottesdienste in wechselnder Gestalt, auch als Bild- und Film-Meditationen „50 Minuten für rastlose Menschen“ angeboten. Kirche sei „der Ort, an dem Gott der Herr durch das Wort seine Gemeinde erbauen will.“- diese Grundidee fand auch in der architektonischen Konzeption des Zentrums ihren Niederschlag. Vom Zentralbau des Gotteshauses am Ende der Stegerwaldstraße strecken sich die Gemeindehaustrakte dem Besucher zu beiden Seiten „wie offene Arme“ entgegen: Kommt, ihr seid eingeladen (Mt. 11,28)
Seit Anfang der siebziger Jahre haben sich die Gewichte in der Gemeindearbeit verlagert.
Die Aufforderung Jesu „Geht hin in alle Welt“ (Mt. 28,19) erschien jetzt der Tagesordnung in der Neuen Vahr angemessen. Jugendarbeit erhielt Priorität. Entschlossen wendete man sich alleinerziehenden Müttern und Vätern zu. Seit dem Militärputsch in Chile 1973 wurde den Verfolgten auf mancherlei Weise geholfen. Intensiv war die Mitarbeit in den Abrüstungsinitiativen. Die Apartheid in Südafrika kam in den Blick.
In den 80er und 90er Jahren stand ein Teil der Arbeit im ökumenischen Horizont. Unter der Überschrift „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ wurden die Themen der großen Welt- und Europa-Versammlungen von Vancouver bis Graz aufgegriffen.
Einen weiteren Brennpunkt des Gemeindelebens bildete die Suche nach erweiterten Formen gottesdienstlichen Feierns: Wie lässt sich göttliche Gegenwart mit dem ganzen Menschsein erfahren? Dies hat zu „liturgischen Werkstätten“, Feiern der Osternacht und einer besonderen Frauenliturgie, zu Gottesdiensten in Meditation, Bewegung, Gesang und Gespräch geführt.
Vieles davon findet in dem 1960 von Enno Huchting und Karl-Heinz Lehnhoff erbauten Gotteshaus statt. Zugänglich ist es durch den konisch aufstrebenden hohen Turm aus zwei Spannbeton-Pfeilern. In der Eingangshalle empfangen acht kupfergetriebene Gleichnisdarstellungen (Hinnerk Schrader) den Besucher. Die farbigen Fenster der Seitenwände sind ebenso wie das Mosaikband über dem Altar von H. Lilienthal entworfen. Wie ein Bildteppich wirken diese Szenen aus der Geschichte Jesu Christi. Nach Lilienthals Vorstellungen sind auch Altar, Kanzel und Taufstein aus Beton gegossen. Die 1961 von Beckerath geschaffene Orgel, wegen ihres Klanges gerühmt, hat auf der rechten Empore Aufstellung gefunden


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