Kirchengemeinde St. Magni
Konfirmationen
Im Konfirmations-Gottesdienst bestätigen die Jugendlichen das Versprechen, das Eltern und Paten bei der Taufe stellvertretend für sie gegeben haben: dass sie den Weg des Glaubens gehen wollen, dass sie zur Kirche gehören und Hoffnung und Zweifel mit anderen teilen wollen. Bei der Konfirmation empfangen sie ein Segenswort, den Konfirmationsspruch, der sie durchs Leben begleitet. Konfirmation kommt vom lateinischen „confirmatio“ und bedeutet „Befestigung“, „Bekräftigung“.
Mit der Konfirmation werden die Jugendlichen mit allen Rechten und Pflichten in die christliche Gemeinde aufgenommen. Sie sind nun volle Mitglieder der Kirche. Sie können zum Abendmahl gehen und selber Pate werden. Sie haben in der Regel ein Mitspracherecht in Gemeindeversammlungen und können so in kirchlichen Angelegenheiten mitbestimmen.
Der Konfirmation geht der Konfirmandenunterricht voraus. Dort lernen die Jugendlichen die Grundlagen des evangelischen Glaubens und des kirchlichen Lebens kennen und nehmen am Gemeindeleben teil. Der Konfirmandenunterricht ist ein guter Ort, um Fragen nachzugehen, die Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden beschäftigen: Wer bin ich, wohin gehe ich, was trägt mich - Fragen nach dem Geheimnis des Lebens, dem Sinn und der religiösen Dimension.
Die Konfirmation hat eine fast 500-jährige Tradition. Die meisten Konfirmationsgottesdienste werden in der Zeit zwischen Palmsonntag und Pfingsten gefeiert.
Ein Brief zum Schluss:
Liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen!
Aus und vorbei – dies mag das erste, befreiende Gefühl sein, das euch in diesen Tagen bewegt. Aus und vorbei: In der Tat der Unterricht ist aus und die Konfirmandenzeit fast vorbei. Ihr habt es geschafft, ihr habt durchgehalten und nun werdet ihr konfirmiert. Viele gute Wünsche werdet ihr hören. Einige rauschen vermutlich an euch vorbei, manche aber bleiben haften und werden euch in die Zukunft begleiten.
Ich möchte euch an dieser Stelle auch etwas wünschen, möchte euch einen Bibelvers mit auf euren Weg geben: „Gott spricht: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“ (1. Mose 12)
In der Bibel gibt es eine besondere Geschichte vom Segen. Jakob möchte den Segen Gottes unbedingt für sein Leben gewinnen. Er ringt darum, ja er kämpft mit Gott, und sagt am Ende: Ich lasse dich nicht los, du segnest mich denn.“ Und auch, wenn Jakob verletzt aus diesem Kampf hervorgeht, schließlich wird berichtet, dass er an seiner Hüfte hinken muss, so hat er doch den Segen Gottes erhalten. (vgl. 1. Moses 32, 23)
Gott lässt sich anrühren, er lässt sich anrufen und überzeugen. So hören wir es bei Jakob, so erleben es Menschen immer wieder in ihrem Leben. So hat es auch Abraham von Gott erfahren. Auch für ihn war eines Tages alles aus und vorbei. Natürlich keine Konfirmandenzeit, aber das Leben in seinem Heimatland Ur, am persischen Golf, dem heutigen Irak. Von dort schickt Gott ihn los. Aber er verspricht bei ihm zu bleiben mit seinem Segen, und er selbst, Abraham soll auch zum Segen werden, zum Segen für seine Mitmenschen. So zieht er los aus bekanntem Gebiet hin in eine ungewisse Zukunft. Auch ihr Konfirmanden und Konfirmandinnen betretet mit eurer Konfirmation Neuland. Ihr sprecht selbst euer „Ja“ zu Gott und zu seiner Gemeinde. Damit nehmt ihr ein Stück Abschied von eurer Kindheit und beginnt ein „Erwachsen – Werden“ im Glauben. Und auch ihr empfangt Gottes Segen an diesem Tag, ganz persönlich und ganz direkt. „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“ Ja, Gott traut euch zu, selbst zum Segen für andere zu werden. Das kann durch Kleinigkeiten passieren, für Außenstehende oft belanglose Ereignisse. Da verteidigt einer von euch jemanden vor den Angriffen der anderen. Stellt sich auf die Seite des Schwächeren, und schon ist keiner mehr allein, sondern hat man einen Verbündeten. Was für ein Segen. Da hilft eine Schülerin einer anderen bei den Aufgaben, erklärt und bemüht sich, und plötzlich schreibt der andere nicht mehr die schlechteste Arbeit, sondern versteht, was gemeint ist. Was für ein Segen. Oder aber man sieht die alte Frau, die allein in ihrer Wohnung lebt, und geht für sie einkaufen, hilft ihr so dann und wann. Was für ein Segen. „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“
Zum Schluss dieses Briefes möchte ich euch noch einen Segensspruch mit auf den Weg geben, ganz speziell für euch, für euer Leben. Er lautet:
Nicht, dass es keine Wolken gibt,
nicht, dass jeden Tag die Sonne scheint,
nicht, dass dir niemals etwas wehtut,
nicht, dass du niemals traurig bist – nein, das wünsche ich dir nicht.
Doch dass du die Erinnerung bewahrst an jeden schönen Tag;
dass du mutig bist, wenn Schwierigkeiten kommen,
dass du nie aufgibst, wenn du mal keinen Ausweg siehst;
dass du Freundinnen und Freunde hast, denen du vertrauen kannst;
dass du immer Menschen findest, die dir helfen, wenn du Hilfe brauchst;
dass jede Gabe, die Gott dir geschenkt hat, in dir weiter wächst,
und dass du immer Kraft hast, andere froh zu machen.
Und dass zu jeder Zeit, ob du froh bist oder traurig,
Gott mit dir ist und du in Gottes Nähe bleibst – auch das wünsche ich dir, das wünsche ich euch, das wünsche ich uns allen.
Lasst mal wieder von Euch hören, alles Gute und Gott befohlen,
Eure Christiane Hoffmann


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