Harmonika-Club Frohsinn
Der Harmonika-Club "Frohsinn" e.V. ist hervorgegangen aus dem Werksorchester der AG
Weser und wurde 1948 von Gustav Lemke gegründet.
Der Verein ist zwar schon 60 Jahre alt, aber die Spieler und die Musik sind jung geblieben.

Was erwartet Sie bei uns?
1. Wir bieten Schnupperkurse im Akkordeonspiel an: d.h. 10 Stunden Unterricht für Anfänger/innen und Wiedereinsteiger/innen als Gruppenunterricht.
Ein Instrument kann für jede/n Kursteilnehmer/in zur Verfügung gestellt werden, wenn er/sie kein eigenes hat.
2. Diejenigen, die gerne das Akkordeonspiel lernen möchten, können am Einzel- oder Gruppenunterricht (max. 4 Personen) bei Alexander Brem oder Sylvio Gasse teilnehmen.
3. In der Spielgruppe, geleitet von Sylvio Gasse, werden überwiegend zweistimmige Stücke gespielt.
4. Das Orchester unter der Leitung von Evi Deelwater bevorzugt 4-stimmige Orchestersätze
aus allen Bereichen der Musik z.B. aus Operetten, Musicals, Pop, Volksweisen u.v.a.
Wir wünschen uns Mitspieler/innen jeden Alters, die Interesse an der Akkordeonmusik,
Spaß beim Üben und am gemeinsamen Musizieren sowie gelegentlichen geselligen Aktivitäten haben.
Übungsort: Gemeindehaus der Andreaskirche in Bremen-Gröpelingen, Danziger Str. 20
Übungszeiten:Mittwoch18.00 bis 21.30 Uhr UnterrichtDonnerstag
16.00 bis 17.30 Uhr Unterricht17.30 bis18.30 Uhr Spielgruppe
18.30 bis 19.30 Uhr Unterricht
19.45 bis 21.45 Uhr Orchester

Schauen Sie doch einfach mal vorbei oder rufen unverbindlich an. Wir freuen uns auf Sie!
1. Vorsitzende: Monika Pfeiffer, Eichhornskamp 4, 28790 Schwanewede Tel. 04209/827025
Bankverbindung: Sparkasse in Bremen (BLZ 290 501 01), Kto.-Nr. 1077098
Historisches
Der H.C Frohsinn ist hervorgegangen aus dem ehemaligen Harmonikaclub der A.G. Weser
und wurde am 1. Januar 1948 gegründet.Die Idee, gemeinsam zu musizieren und gesellige Abende zu verbringen, führte Anfang Januar 1948 zur Gründung des Harmonika-Clubs "Frohsinn".
Gustav Lemke, damals 65 Jahre alt, hatte sein ganzes Leben lang für die Harmonika bewegung gearbeitet.
Schon vor dem ersten Weltkrieg gründete er einen Bandoneon- und Konzertina-Verein.
Im Dritten Reich übernahm er den Aufbau und die Leitung des Werksorchesters der AG Weser.
Das war eine der sogenannten Neigungsgruppen, die in größeren Betrieben damalsals Freizeitangebote üblich waren und besonders gefördert wurden. Sogar bei der Finanzierung der Musikinstrumente war die Werft behilflich.
Man probte bei "Buschmann", in einer Kneipe am Tunnel nahe des Gröpelinger Depots.Als sich nach Kriegsende das Leben allmählich wieder zu normalisieren begann, suchte "Onkel Gustav" eine Handvoll Mitglieder seines Werksorchesters zusammen. Einige hatten schon damit begonnen, Schüler auszubilden. Ein Akkordeon, das bereits einen Schiffsuntergang mitgemacht hatte, wurde eilig wieder hergerichtet.
So gelang es G. Lemke, Anfang 1948 mit 18 Spielern, der Jüngste war gerade 16 Jahre alt, "Frohsinn" aus der Taufe zu heben.
Man traf sich wöchentlich im Turaheim in der Lindenhofstraße. In wenigen Wochen nahm jedoch die Mitgliederzahl des jungen Vereins so sehr zu, daß der Übungraum zu klein wurde und der Umzug ins Morgenlandheim notwendig wurde.
Es war in der Zeit vor der Währungsreform nicht einfach, alles Nötige zum Musizieren zu beschaffen.
Die Noten wurden einfach vom 1. Vorsitzenden selbst geschrieben und mit Hilfe etlicher Spieler per Abschreiben"vervielfältigt".
Ein Herr Stapelfeld, Früherer Genaraldirektor der AG Weser spendete 500 Reichsmark zur Anschaffung von 35 Notenständern.
Diese großzügige Geste, sowie jedes Ereignis von Belang, wurde sorgfältig in gestochener Handschrift in das "Goldene Buch" eingetragen.Dank des selbstlosen Einsatzes des 1. Vorsitzenden Wolfgang Lange und des Eifers der Spieler galng es schon in kurzer Zeit,
aus den vielen verschiedenen Instrumenten, die nichr immer im besten Zustand waren, einen einheitlichen Klangkörper zu bilden.
Am 22. Mai 1948 fand das erste Konzert im Übungslokal statt. Nach zweistimmiger Unterhaltungsmusik ging man zur Tanzmusik bis in die frühen Morgenstunden über. In dieser Art folgten dann viele Veanstaltungen in kurzen Abständen.Das Publikum war in dieser Zeit sehr dankbar für die Darbietungen. Sie boten eine lang entbehrte Möglichkeit der Zerstreuung.
Das Konzert am 16. Juli 1948 z. B. "hat...unter der Überfüllung des Saales sehr gelitten (ca. 1000 Personen)"- Zitat aus dem Goldenen Buch.
Man entschloß sich zum Aufbau von drei Orchester, dazu kamen vier Tanzkapellen, jede mit einem eigenen Dirigenten.Alle 4-6 Wochen fand ein Konzert mit Ball statt, teilweise unter abenteuerlichen Bedingungen. So diente beispielsweise am 21. August 1948 zum Transport der Spieler ins benachbarte Ritterhude ein Lastwagen, da kein Reisebus aufzutreiben war.
Im Mai 1950 beteiligte sich der Verein zum ersten Mal an den Wettbewerben für Harmonika-Orchester in Hamburg, den sog. Harmonika-Spieltagen. Sie wurden alljährlich veranstaltet und von vielen Vereinen Norddeutschlands besucht. Für den Club wurde diese Veranstaltung zu einer ganz neuen Erfahrung. Bisher hatte man nur zweistimmige Bearbeitungen fürAkkordeon gekannt, die alle Spieler auf beiden Seiten des Instrumentes ausführten.
Hier hörte man zum ersten Mal den grundlegenden Klangunterschied, wenn die Stimmen orchestermäßig aufgeteilt sind mit einem zusätzlichen Baßinstrument. Auch polyphone Originalkompositionen für Akkoedeonisten waren etwas ganz Neues für den "Frohsinn".
Zaghaft versuchte man, das Neue umzusetzen.Mit dem Dirigentenwechsel zu dem jungen Karl-Heinz Kresse drei Jahre später kam die endgültige Trennung von der zweistimmigen Spielweise.
Auch arteigenen Originalmusik wurde mehr und mehr ins Repertoire aufgenommen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten:
Ein Jahr später gewann die erste Konzertgruppe des "Frohsinn" in Hamburg den 2. Preis mit der "Märchensinfonietta"Nach einigen Jahren sehr guter Zusammenarbeit verließ Karl-Heinz Kresse den Verein aus beruflichen Gründen.
Es folgten unruhige Jahre unter wechselnden Dirigenten. Für die Übergangszeiten übernahm mehrmals das Vereinsmitglied Hans Schulenburg den freien Posten. Besondere Erwähnung verlangt der Bremen Operettenkomponist Arno Vetterling. Er arbeitete nur wenige Mopnate mit der Konzertgruppe und errang im Mai 1962 beim "Tag der Harmonika" in Hamburg mit der "Schweizerischen Rhapsodie" den 1. Preis in der Oberstufe.
Sein früher Tod im Alter von 60 Jahren beendete viel zu schnell diese erfolgreiche Zeit mit Arno Vetterling.Vier Wochen nach ihm verstab im Februar 1963 der Vereinsgründer und Alterspräsident Gustav Lemke.
Eine neue Generation übernahm nun die Führung. Hans Schulenburg in musikalischer und Claus Karting in organisatorischer Hinsicht.
Claus Karting war schon 1959 unter dem Vorsitz von Karl Sohns in den Vorstand gewählt worden. Er knüpfte in seiner langen Amtszeit als 1. Vorsitzender viele Kontakte zu anderen Akkordeonorchestern und verschiedenen Bremer Vereinen.Eine besonders enge Freundschaft entwickelte sich mit der Accordeonvereinigung "Con Amore" aus Doetinchem, Niederlande.
Die Vereine besuchten sich gegenseitig zu musikalischen Treffen . Persönliche Verbindungen zwischen einzelnen Spielern hielten viele Jahre.
Noch zum 30. Jubiläum kamen die Holländer nach Bremen, danach löste sich der Verein auf.Claus Karting regte auch die Gründung des "Gröpelinger Kulturkreises" an. Vier im Stadtteil ansässige Vereine ganz unterschiedlicher Kulturrichtungen gestalteten alljährlich mehrere Konzerte und Kulturabende und wurden für Gröpelingen zum bedeutenden kulturellen Bestandteil.
Nach und nach kamen immer mehr Gruppen hinzu, an deren Interessenkonflikten der Kulturkreis schließlich zerbrach.Im Sommer 1975 verließ Hans Schulenburg den Verein. Zwei Gruppen wurden von eigenen Mitgliedern übernommen.
Werner Krnavek leitete nun das Akkordeonensemble, und Eva Wulf begann ihre lanjährige Arbeit mit der Jugendgruppe, dem späteren Orchester II.
Für das Konzertorchester gewann man den bekannten Bremer Musikwissenschaftler Dr. Klaus Blum als Dirigenten. Unter seiner Leitung wurden erhebliche musikalische Fortschritte erzielt. Seinem Mut zum Experiment verdankten wir neue Formen der Akkordeonmusik, wie die Begleitung eines Gesangssolisten oder die Zusammenarbeit mit einem Chor.Claus Karting knüpfte Kontakte zum 1. Akkordeon-Club Rüsselsheim unter der Leitung des erfolgreichen Komponisten Josef Dieser und zum Hohner-Akkordeon-Orchester Unna-Königsborn. Die Konzerte bei den befreundeten Vereinen und ihre Gegenbesuche in Bremen waren stets die Höhepunkte der Jahresarbeit im Club.
Nach sieben Jahren erfolgreichen Schaffens setzte sich Dr. Blum zur Ruhe, und Gerd Wolter übernahm im Herbst 1982 dasOrchester I.
Ere brachte durch seine Arbeit als Klavierlehrer und Sänger viele neue Aspekte in die Probenarbeit ein. In die kurze Zeit seiner Tätigkeit fielen auch die ersten Kontakte zu Wolfgang Schwarz und seiner Akkoedeonspielgemeinschaft Neukölln. Im Oktober 1985 besuchte der "Frohsinn" zum ersten Mal Berlin, ein halbes Jahr später erfolgte der Gegenbesuch in Bremen. Zu dieser Zeit leitete Eva Wulf auch das Orchester I, bis im August 1986 ein ganz junger Dirigent, Eric Baumann, verpflichtet wurde.Trotz einer schweren Operation bereitete Claus Karting 1987/88 die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Clubjubiläum gemeinsam mit seiner 2. Vorsitzenden Eva Wulf, die er inzwischen geheiratet hatte vor. Drei Wochen vor dem Festtag wurde er dann überraschend im Alter von kaum 56 Jahren aus seinem Schaffen gerissen. Er hinterließ nach 26 Jahren Vereinsführung ein riesiges Vakuum, das seine Witwe nach besten Kräften zu füllen versuchte. Eva Wulf-Karting übernahm den 1. Vorsitz, den sie lange innehatte.
![]()
![]()
zurück zu Gastgruppen, zur homepage der Gemeinde