Frauen in der Arbeitswelt
Wird "atypische" Beschäftigung bei Frauen immer "typischer"?
Prekäre und atypische Beschäftigung ist zu einer gängigen Beschäftigungsform geworden, auch im Land Bremen. Leiharbeit, Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, geringfügige Beschäftigungsformen, die sogenannten Mini- und Midi-Jobs, Integrationsjobs (In-Jobs), aber auch Werkvertragsarbeit und Arbeitnehmerüberlassung werden als unsichere, ungeschützte Beschäftigungsformen verstanden. Diese Formen der Beschäftigung gehen einher mit einem geringen, oft nicht existenzsichernden Einkommen, Einschränkungen von Rechten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und ungewissen Zukunftsperspektiven.
Sind prekäre Arbeitsfelder/-formen "weiblich"!?
Der Niedriglohnsektor wächst rasch und dies vor allem in Bereichen, in denen Frauen tätig sind. Im Dienstleistungsbereich, in der Gastronomie, im Einzelhandel und bei Jobs in Privathaushalten können verstärkt Formen irregulärer Beschäftigung beobachtet werden.
Von knapp 48.000 ausschließlich im Mini-Job Arbeitenden in ganz Bremen waren 2008 über 30.000 Frauen beschäftigt. Und auch im Bereich der Teilzeitarbeit nehmen Frauen einen überproportional großen Teil ein.
Ursachenforschung
Die Ursachen für den hohen Frauenanteil sind vielfältig. Fehlende Qualifikationen, ausschließliche "Zuverdienerinnenrolle" in der Familie und ein größerer Bedarf an zeitlicher Flexibilität durch Mutterschaft oder sonstiger familieninterner Verantwortung sind nur einige mögliche Gründe dafür, dass sich Frauen in Bremen fast doppelt so oft auf prekäre Beschäftigungsformen einlassen müssen wie Männer.
Bezahlung in Vollzeit
Aber nicht nur in Arbeitsverhältnissen, die nicht zu den "typischen" Beschäftigungsformen gehören, sind Frauen benachteiligt. So liegen 30 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen in Bremen unter der Niedrigeinkommensschwelle (1.765 Euro brutto) und im Bereich der besonders niedrigen Monatsverdienste (unter 1.300 Euro brutto) liegt der Anteil bei 20 Prozent. Bei in Vollzeit arbeitenden Männern liegen die prozentualen Anteile bei 15 Prozent und 10 Prozent (Arbeitnehmerkammer Bremen, 2009). Frauen arbeiten also nicht nur öfter in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, sondern erhalten auch doppelt so oft wie Männer in Vollzeitbeschäftigung einen Lohn unter der Niedrigeinkommensschwelle.
Deshalb und auch aus vielerlei anderen Gründen engagiert sich der KDA für Frauen in der Arbeitswelt bei folgenden Projekten:
Kampagne für saubere Kleidung
Für soziale und ökologische Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilindustrie
Flyer: Bremer Kooperation zur Kampagne für saubere kleidung
In der Bremer Kooperation zur „Kampagne für saubere Kleidung“ wird mit Aktionen und Veranstaltungen auf die Situation von Frauen in der Textilbranche weltweit hingewiesen.Wenn Sie Mitmachen möchten können Sie sich gerne bei uns melden!
Arbeit für alle - mehr Zeit zum Leben
In der Bremer Arbeitszeitinitiative fordern wir, Arbeit umzuverteilen statt die Arbeitszeit zu verlängern
Arbeit für alle und mehr Zeit zum Leben durch Arbeitsumverteilung statt Arbeitszeitverlängerung ist das Ziel der Bremer Arbeitszeitinitiative, für das sie die in Bremen vorhandenen Kräfte bündeln und mobilisieren will.
Alle an einer gerechteren und lebbaren Verteilung von Arbeit und Zeit zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen, zwischen Männern und Frauen, zwischen Jung und Alt Interessierten sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. http://www.bremer-arbeitszeitinitiative.de
Zum Herunterladen: "ABC der Arbeitszeitverkürzung" (PDF)
Familienfreundliche Stadt
Vereinbarkeit von Beruf und Familie für das Land Bremen
Das Bremer Verbundprojekt Beruf und Familie veranstaltet im Sinne seiner Beratungs- und Vernetz¬ungsfunktion Themenzirkel zu folgenden Schwerpunkten:
• Betriebliche Kinderbetreuung
• Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
• Unternehmens¬kommunikation
Weitere Informationen zum Verbundprojekt: http://www.berufundfamilie-bremen.de


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