Kirche gegen Rechts
Erklärung des Kirchenvorstandes der Martin-Luther-Gemeinde, Bremen-Findorff, zur geplanten NPD Demonstration am 4. November 2006 in Gröpelingen
Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. (3. Mose 18, 26)
Jesus Christus: Ich bin ein Fremder gewesen. (Matthäus 25, 34)
Für den 4. November 2006 hat die rechtsextreme NPD eine Demonstration durch Oslebshausen und Gröpelingen angemeldet. Der Kirchenvorstand der Martin-Luther-Gemeinde in Bremen-Findorff hat mit Empörung auf dieses Vorhaben reagiert.
Unter einem demokratischen Tarnmantel verbreitet die NPD und die ihr nahe stehenden Organisationen ein Klima von Ausländerhass, Nationalismus, Gewalt und undemokratischer Gesinnung. Als besondere Provokation werten wir, dass der geplante Aufmarsch kurz vor dem Gedenktag der Reichspogromnacht am ehemaligen jüdischen Altersheim und an der
Gröpelinger Moschee vorbeiführen soll. Wir teilen die Befürchtungen des Ortsamtes, dass durch diese Demonstration das Zusammenleben zwischen Deutschen und Migranten im Stadtteil nachhaltig gestört wird.
Unser Christlicher Glaube verpflichtet uns zu Offenheit, Toleranz und Achtung der Anderen. Wir suchen nach Wegen der Gerechtigkeit und nach dem Frieden in unserem Stadtteil und in der Gesellschaft. Im Sinne der christlichen Botschaft der Nächstenliebe – die besonders immer die Zuwendung zum „fremden“ Nächsten ist – wollen wir auch in Zukunft alles
dafür tun, dass Bremen als Ganzes und im Besonderen der Bremer Westen ein Ort der Aufgeschlossenheit und des friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kultur, Herkunft und Religion bleibt. Wir rufen dazu auf, sich nach Möglichkeit an den vielfältigen Aktionen gegen die geplante NPD-Demonstration am 4. November zu beteiligen und dem Nationalismus und Rassismus entgegenzutreten.
Kontakt & Information:Pastor Sänger-Diestelmeier (Immanuel-Gemeinde) Telefon 38 31 16


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