Wir trauern um die Opfer der Corona-Pandemie

Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?

Mehr als 400 Menschen sind im Land Bremen bisher an  Covid 19 gestorben, etwa 80.000 sind es bundesweit. In der Karwoche vor Ostern gibt es eine Andachts-Woche und einen Radiogottesdienst zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie.

Gebete im St. Petri Dom

Ohnmacht, Liebe, Schmerz und Trauer - die Karwoche ist mit einem Wechselbad von Gefühlen verbunden. Gefühle, die auch alle kennen, die einen Menschen in der Corona-Krise verloren haben. Die Mittagsgebete im Bremer St. Petri Dom von Montag, den 29. März bis Samstag, den 3. April - mit Ausnahme des Karfreitags - nehmen diese Gefühle auf. Um 12 Uhr laden wir alle Bremerinnen und Bremer dazu ein. In den Fürbitten beten wir für die Verstorbenen und ihre Angehörigen. Wir bringen unsere persönlichen Wünsche, Ängste und Hoffnungen vor Gott. Jedes Mittagsgebet widmet sich einem eigenen Aspekt:

  • Montag: Ohnmacht (Pastor Henner Flügger)
  • Dienstag: Verrat (Pastorin Ulrike Oetken)
  • Mittwoch: Einsamkeit (Pastor Christian Gotzen)
  • Donnerstag: Berührung (Pastor Sebastian Schneider)
  • Samstag: Schweigen (Pastorin Ingrid Witte)

Im Anschluss an die Mittagsgebete liegt ein ledergebundenes „Buch des Lebens“ aus, in das Besucherinnen und Besucher die Namen der Verstorbenen eintragen können. Am Gebetsleuchter kann jeder Besucher eine Kerze entzünden – verbunden mit einer persönlichen Bitte. Nach jedem Mittagsgebet stehen Pastorinnen und Pastoren den hinterbliebenen Angehörigen und Freunden für Seelsorge-Gespräche zur Verfügung. Audio-Dateien der Andachten werden jeweils im Anschluss hier zum Nachhören eingestellt.

Die Mittagsgebete zum Nachhören

Radiogottesdienst live auf Bremen Zwei

Am Karfreitag, den 2. April wird auf Radio Bremen Zwei (Bremen: 88,3 MHz/Bremerhaven: 95,4 MHz) um 10 Uhr ein Radiogottesdienst aus der Emmauskirche am Diakoniekrankenhaus live übertragen Auch in diesem Gottesdienst wird das Gedenken an die Corona-Opfer im Mittelpunkt stehen und der Trost für die Menschen, die im vergangenen Jahr wegen der Corona-Beschränkungen nicht so von ihren Liebsten Abschied nehmen konnten, wie sie es sich gewünscht hätten. Den Gottesdienst gestalten die evangelischen  KrankenhausseelsorgerInnen Thekla Röhrs und Thomas Rothe sowie die katholische Gemeindereferentin Monika Freericks.

Friederike Weritz (Sopran) und Christoph Biermann (Bariton) singen Solostücke.

Besucherinnen und Besucher können aufgrund der Hygienebestimmungen leider  nicht vor Ort, sondern nur am Radio teilnehmen.

Gebet

Das Leben hat sich verändert.
Es ist neu und fremd geworden im letzten Jahr.

Auf vieles mussten wir verzichten.
Manches haben wir neu gelernt.
Einiges haben wir verloren.

Gott, wir klagen Dir,  was uns traurig macht,
hilflos und verzweifelt.

Wir legen Dir die Menschen an das Herz,
die wir verloren haben.

Wir klagen Dir ihr Leiden und ihren Tod.
Wir klagen Dir die nicht vollzogenen Abschiede.
Wir klagen Dir die fehlende Nähe.
Wir klagen Dir die Einsamkeit.
Wir klagen Dir die zerbrochenen Lebensträume.
Wir klagen Dir den fehlenden Atem zum Leben.
Wir klagen Dir die Hand, die nicht gehalten werden konnte,
die Umarmungen, die ausblieben, die Worte,
die nicht gesagt wurden,
die Blicke, die nicht getauscht wurden.

Dein Weg zu uns, Gott, ist der Weg eines Menschen,
der all das kennt.
Du bist da, hörst und siehst.

Darauf vertrauen wir und darauf, dass Dein Weg
hindurch führt durch Leid und Tod.

Gott und Schöpfer,
Jesus Christus und Mensch
Heiliger Geist und Lebensatem.

Amen.