Dienstag, 22. Februar 2022

"Soviel Du brauchst..."- Aktion Klimafasten 2022

Mit dem Aschermittwoch am 2. März beginnt die Passions- und Fastenzeit. Bis Ostern bietet sie etwa sieben Wochen lang die Gelegenheit, alte Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen, kürzer zu treten und sich mehr Zeit für Lebensfragen zu nehmen.

Unter dem Motto „Soviel Du brauchst…“ stellt die Aktion Klimafasten 2022 unseren Umgang mit Natur, Umwelt und Klima auf den Prüfstand. Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion stehen die Lebensmittel. In der diesjährigen Fastenzeit vom 2. März bis zum 17. April können alle, die sich um das Klima und die Umwelt sorgen, besonders ihren Umgang mit der Nahrung überprüfen und hinterfragen. Die Aktion lädt dazu ein, etwas für Leib und Seele zu tun, achtsamer zu werden im Umgang mit Ressourcen sowie sich selbst und ein bisschen auch die Welt zu verändern. Es gibt wiede einige Präsenz-Veranstaltungen zur Bremer Fastenaktion 2022, aber aufgrund der Pandemie auch Online-Angebote per Zoom. Interessierte finden online eine Fastenbroschüre und viele Infos zu den Wochenthemen.

Hintergrund

Nahrung sei weltweit knapp, betont die Klimaschutzmanagerin der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), Susanne Fleischmann. Ursache hierfür sei neben dem Klimawandel auch die Wasserknappheit durch die Bewässerung von Baumwoll- und Frucht-Monokulturen und die Produktion von Futtermitteln für den gedankenlosen Fleischkonsum in den reichen Ländern. "Wir werden beim Klimafasten 2022 - ohne einen erhobenen Zeigefinger, aber mit vielen Informationen, Tipps und Rezepten - Lust auf Nachhaltigkeit machen."  Das bedeute:

  • Clever einkaufen, Nahrungsmittel nicht verderben lassen, Reste kreativ verwerten;
  • weniger Fische und Meerestiere konsumieren und wenn, dann auf Artenvielfalt, Fangmethoden und weltweite Fairness achten;
  • das „Drumherum“ unter die Lupe nehmen und Plastikmüll vermeiden;
  • Herkunft, Jahreszeit und Transportwege: Geschmackstest für regionales Wintergemüse;
  • Urban Gardening: Obst und Gemüse von Balkon und Fensterbrett;
  • Raspeln, kneten, mahlen, spülen: Wieviel Strom fressen unsere Küchengeräte?

„Der Klimawandel verstärkt Hunger und Ungerechtigkeit weltweit. Die Beseitigung des Hungers ist bis heute eine unserer Grundaufgaben. In der globalisierten Welt und durch den Klimawandel wird dies jedoch immer herausfordernder."  so auch Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, und Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR. "Zunehmende Wetterextreme vernichten Ernten. Wenige Konzerne kontrollieren den weltweiten Markt für Saatgut und Agrarchemikalien.“  So komme es darauf an, sich auch im Alltag für eine nachhaltige Landwirtschaft einzusetzen, nach ökologischen Kriterien einzukaufen und Nahrungsmittel nicht zu verschwenden.

    „Soviel Du brauchst …“, dieses Leitwort sei eine gute Richtschnur im Umgang mit Nahrungsmitteln. "Es muss nicht vegan sein, aber öfter mal vegetarisch", so Susanne Fleischmann, "genießen wir auch die Vorfreude auf heimische Erdbeeren und Spargel aus der Region. Planen wir Einkäufe und Verbrauch von Lebensmitteln, damit nichts verdirbt. Das Bewusstsein ist entscheidend, im Kleinen wie im Großen."

    „Jede und jeder kann mitmachen beim Klimafasten", betont Susanne Fleischmann, „die ganze Zeit oder auch nur einzelne Wochen. Welches Thema einen interessiert und wieviel Zeit man investieren möchte, entscheidet man selbst. Da gibt es kein enges Regelkorsett oder Denkverbote.“  Es gehe nicht um Moralpredigten, sondern „die Lust auszuprobieren, was wir alle im Alltag für den Klimaschutz tun können“, so Fleischmann weiter. „Es geht nicht um Verzicht, sondern darum, selbst zu erleben, wie wohltuend und entlastend ein einfacher Lebensstil sein kann.“

    Kontakt:
    Susanne Fleischmann,
    Telefon: 0421/5597-334
    klimaschutz[at]kirche-bremen.de