Mittwoch, 29. September 2021

Erntedank: Ein Tag für Dank und Solidarität

Am kommenden Sonntag, den 3. Oktober ist Erntedank. Mit diesem Fest erinnern Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden in den Kirchengemeinden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt. Auch Kindern soll das Erntedankfest Natur und Jahreslauf sowie die Herkunft ihrer Nahrung bewusst machen.

Termin für das Erntedankfest ist in der Regel der erste Sonntag im Oktober. Das Fest soll deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Denn der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung und soll sie bewahren.

Es sei ein besonderes Erntedankfest in dieser Zeit, angesichts von Corona und  Flutkatastrophe, betont der Schriftführer in der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Bernd Kuschnerus. "Wir haben in diesem Sommer schmerzlich erfahren, dass Wachstum und Gedeihen nicht nur von unserer Arbeit abhängt, sondern auch von dem, was die Natur, das Wetter und das Klima bewirken. Durch Pandemie und Flutkatastrophe stehen viele Menschen buchstäblich vor dem Nichts. Wenn wir danken, dürfen wir auch die Fürbitte für sie nicht vergessen und müssen uns klarmachen, wo unser aller Verantwortung für die Bewahrung unseres Planeten liegt."

Dies gelte, so Kuschnerus weiter, sowohl global als auch vor der eigenen Haustür, sowohl für die Politik, als auch für jede und jeden Einzelnen. "Wir als Kirche haben uns den Klimaschutz natürlich auch auf die Fahnen geschrieben, aber es gibt noch viel zu tun, damit wir die angestrebten Ziele erreichen und uns die Veränderungen nicht  überrollen. Angesichts der von Menschen verursachten Umweltprobleme  spielen zu Erntedank heutzutage die Themen Tier- und Umweltschutz, Gentechnik und Verschwendung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle."  Das Fest sei eine gute Gelegenheit, in den Gottesdiensten die Fülle auf dem Altar dankbar zu betrachten und aus vollem Herzen das beliebte Kirchenlied  'Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land' zu singen. "Aber wir haben auch die Aufgabe zu bedenken, wie wir zukünftig sparsamer mit Ressourcen umgehen und einen Umwelt- und tierfreundlichen Lebensstil pflegen können."

Mit der Bitte des Vaterunsers 'Unser tägliches Brot gib uns heute' werde, so Kuschnerus,  zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. "Im christlichen Glauben gehören das Danken und Teilen zusammen. Erntedank ist also ein guter Anlass für die Unterstützung einer Solidaritätsaktion zugunsten notleidender und armer Menschen."

In ganz Bremen gibt es am kommenden Sonntag, den 3. Oktober rund 60 Erntedank-Gottesdienste, darunter viele Familiengottesdienste für Groß und Klein sowie einige in plattdeutscher Sprache. In St. Magni gibt es zudem die Staudenpflanzaktion "Wir lassen es blühen".