„Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Jahresbericht des Schriftführers

Was macht die Kirche in einer modernen, multikulturellen Stadt wie Bremen für Menschen einladend und bereichernd? Dieser Frage widmet sich der Jahresbericht des Schriftführers Bernd Kuschnerus.  Zum Auftakt des Frühjahrs-Kirchentages schildert er unter dem Motto "Christus spricht: wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen" zahlreiche Aktivitäten in den Bereichen Seelsorge, Beratung und Diakonie.

„Christus spricht: Wer zu mir kommt,

den werde ich nicht abweisen.“

Mit diesem Bibelvers aus dem Johannesevangelium ist der Jahresbericht des Schriftführers überschrieben. Dieses Motto für das Jahr 2022 ist kennzeichnend für eine in der Stadt aktive, solidarische und partnerschaftliche Kirche - nah an den Menschen und mitten drin im täglichen Leben.

Eingangs dankt Bernd Kuschnerus denen, die sich aktiv für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzen, Geflüchtete beraten, Wohnraum vermitteln oder Hilfstransporte in die Kriegsregion organisieren: "Ich danke allen Bremerinnen und Bremern, unseren Kirchengemeinden und den Einrichtungen der Bremischen Evangelischen Kirche, die sich für diese Menschen einsetzen, ... Viele ... stehen den Geflüchteten auf vielfältige Weise bei, viele setzen sich dafür ein, dass bei uns keine Feindschaft zwischen Menschen russischer und ukrainischer Herkunft entsteht."

Solidarisch

Rund 20 Familientreffs unter dem Motto #UkraineFamilys sind inzwischen aktiv * Mittlerweile haben - mit großer Unterstützung von Firmen und Privatleuten - mehr als ein Dutzend Transporte mit Hilfsgütern die Menschen in der Ukraine erreicht * in Friedensandachten und gemeinsamen Ostergottesdiensten beten Menschen aus Deutschland und der Ukraine gemeinsam für den Frieden.

Der Jahresbericht in Kürze

Bernd Kuschnerus hat Berichte aus Gemeinden und Einrichtungen ausgewertet. Sein Fazit: "Die Gesellschaft verändert sich. Mit ihr wandeln sich auch Sozialformen in der Kirche. Dieser Vielfalt kirchlichen Lebens gilt es, Aufmerksamkeit zu schenken. Es muss Raum geben, Neues auszuprobieren, Bewährtes zu vertiefen, anderes zu lassen. Entscheidend ist, dass es der Kirche um das Evangelium geht. Bleibt die Kirche bei dieser Orientierung, muss uns um sie nicht bange sein. Eher muss uns um eine Gesellschaft bange werden, in der das Evangelium weniger vernehmbar wird."

In sechs Abschnitten nennt er zahlreiche Beispiele für Aktivitäten in den Bereichen Seelsorge, Beratung und Diakonie, die Menschen in den verschiedenen Lebenslagen zugute kommen. :

  1. Kirche kommt zu den Menschen (u.a. mit dem Wärmebus für Wohnungslose, dem Wohnwagenprojekt für Jugendliche, dem Jugendferienprogramm auf der Überseewiese, mobilen Gottesdiensten oder Stadtteilpilgern)
  2. Kirche bietet offene Räume (u.a. mit der Winterkirche, der Kirche der Stille)
  3. Kirche lässt von sich hören (u.a. mit den Posaunenchören, die gerade in der Pandemie auf Balkonen, an Fenstern und vor Krankenhäusern gespielt haben)
  4. Kirche bietet Hilfe, das Mühsame im Leben auszuhalten (z.B. mit Seelsorge in Kliniken, Schwangerenberatung, psychologischer Beratung und Familienberatung, Trauerbegleitung, TelefonSeelsorge, Seelsorge in Altenheimen, im Gefängnis, bei der Polizei oder im Sozialkaufhaus)
  5. Kirche wird durch Inklusion bereichert (Kultur, Herkunft, Identität, Lebensentwürfe, Generationen und so vieles mehr - Kirche ist bunt und sichert dies z.B. durch Gleichstellung, Bildung und Kita-Arbeit.
  6. Kirche setzt mit dem Ehrenamt ein Zeichen (z.B. im Marktplatz der Begegnung, bei der TelefonSeelsorge, in Seniorenangeboten)
  7. Kirche ist trotz Umbau geöffnet (z.B. duch Kooperationen, Bündelung der Ressourcen, Quartiersarbeit im Überseetor, Kulturcoaches)

Sozial

Der Sozialstadtplan der Diakonie weist den Weg zur Begegnungsstätte Bremer Treff und zu rund 25 Angeboten für arme und wohnungslose Menschen, vom Mittagstisch über das Café bis zum Wärmebus. Der Marktplatz der Begegnung bietet Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs für kleines Geld, ebenso der Anziehungspunkt u.v.a. Sozialshops.

Zugewandt

Rund 9.000 Freiwillige engagieren sich in Bremen in kirchlichen und diakonischen Projekten, z.B. in der TelefonSeelsorge, die 24/7 für Menschen in Not ereichbar ist. Im Jahr 2021 haben sie 11.840 Anrufe entgegengenommen.

In der Not

Die Bremische Evangelische Kirche ist in acht Bremer Kliniken sowie acht Altenpflegeeinrichtungen mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern vor Ort aktiv. Hinzu kommen Besuche von Pastorinnen und Pastoren aus den Gemeinden bei kranken und pflegebedürftigen Menschen. Es gibt Seelsorge und Beratung für Gehörlose und ebenso für blinde Menschen, in der Palliativversorgung sowie die Notfall- und Polizeiseelsorge.

Für Kind und Kegel

In der Familien- und Lebensberatung gibt es pro Jahr zwischen 500 und 600 Anfragen. Die Zahl der Beratungsgespräche stieg mit 3.287 Gesprächen mit 1.497 Personen in 2021 sprunghaft an. Es gibt Paarberatungen, Informationen zu Familienplanung, Geburt und Elternschaft oder zur Pränataldiagnostik, ferner Elternseminare zu Erziehungsfragen und Beratung im Schwangerschaftskonflikt. Mit 4.500 Plätze für Kinder im Alter von 0-10 Jahren in Krippen, Kitas und Horten ist die evangelische Kirche der größte freie Träger von Kitas in Bremen.

Mobil und kreativ

Ein Wohnwagen für die Jugendarbeit, das Segelschiff Verandering für Ausfahrten und Umweltbildung. Überseekirche to go und urban gardening auf der Überseewiese, Liegestühle zum Verweilen und Nachdenken rund um die Stadtkirche Unser Lieben Frauen, Tauffest an der Weser - die Liste der kreativen Ideen in der Bremischen Evangelischen Kirche ist lang. "Die Gesellschaft verändert sich und mit ihr die Sozialformen", so Bernd Kuschnerus.