Bauten zukunftsfähig gestalten

Gebäudekonzept

Dem Kirchentag liegt ein umfangreicher Bericht der Bau- und Grundstücksabteilung vor. Er erläutert den Bremer Gebäudebestand, den baulichen Zustand von Kirchen und Gemeindehäusern und Perspektiven für die Zukunft.

Die Gebäudesituation ist überwiegend gut

Der Leiter der Kichenkanzlei, Dr. Johann Daniel Noltenius, führte in die Vorlage für eine zukunftsfähige Gebäudestruktur der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) ein. Die BEK ist eine sich immer weiter reformierende Kirche, das betrifft auch Beratungsprozesse mit den Gemeinden hinsichtlich der künftigen Gebäude-Infrastruktur.

In den letzten zwölf Jahren wurden mit einer Investitionssumme von rund 40 Millionen Euro die zum großen Teil aus den 50er und 60er Jahren stammenden Gemeindehäuser teilweise neu gebaut und teilweise hinsichtlich Energieeffizienz und Barrierefreiheit saniert. Auch die Kitas werden regelmäßig modernisiert und entsprechen den baulichen Anforderungen einer modernen Frühpädagogik.

Konzept: Gebäude im Kontext betrachten

Das Gebäudekonzept orientiert sich an folgenden Kriterien:

  • Situation im Stadtteil
  • örtliche und bauliche Gegebenheiten
  • baulicher Zustand/Investitionsbedarf
  • Zahl der Gemeindemitglieder und Fläche der gemeindlich genutzten Gebäude
  • Aktivitäten der Gemeinde
  • Denkmalschutz
  • Eigenbeteiligung der Gemeinde
  • Kooperationen mit anderen Gemeinden

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Infrastruktur aus Kirchen, Gemeindehäusern oder -zentren auf über 500.000 Kirchenmitglieder zugeschnitten. Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder erheblich gesunken.

Gebäudebestand muss reduziert werden

Heute geht der Kirchenausschuss davon aus, dass der Gebäudebestand  perspektivisch um 30 Prozent reduziert werden muss. In dem vorliegenden Bericht wurden die Gebäude in drei Gruppen eingeteilt:

  • In 31 Gemeinden ist der Gebäudebestand konzeptionell geklärt, die Umsetzung ist bereits erfolgt oder wird derzeit geplant bzw. ausgeführt. Größere Bauinvestitionen erfolgen im Rahmen dieses Konzepts.
  • In zehn Gemeinden gibt es noch vereinzelten Klärungsbedarf und weitere Beratungen.
  • In 19 Gemeinden gibt es grundsätzlichen Klärungsbedarf und kein abgestimmtes Gebäudekonzept. Hier werden nur
  • die notwendigsten Reparaturen durchgeführt. In diesen Gemeinden laufen Beratungsgespräche.

Es werden viele Aspekte in den Blick genommen, die jeweils unterschiedliche Situation in den Stadtteilen, Kooperationsmöglichkeiten zwischen Gemeinden, die örtlichen baulichen Gegebenheiten, Gebäudegrößen, die Zukunft der Pfarrhäuser, Möglichkeiten zur Teil- und Umnutzung, Höhe von Investitionsbedarfen und das Verhältnis von Gemeindemitgliedern und zur Verfügung stehender Fläche. Auch die Aktivität der Gemeinden und der Denkmalschutz spielen eine Rolle, denn geschützte Gebäude dürften natürlich nicht abgerissen  werden. Über die konkrete Situation in den Stadtteilen gibt es derzeit intensive Gespräche, Gemeinden rücken näher zusammen, es gibt Umnutzungen und man investiert dort, wo es für die zukünftige Arbeit Sinn macht.

Der Kirchentag beschloss mit großer Mehrheit, die Konzeption zur Reduktion der Gebäude weiterzuführen. Die Gemeinden werden gebeten, weiter Zukunftsperspektiven für die Nutzung ihrer Gebäude auszuloten.