Was dem Tag der Konfirmation voraus geht

Die Konfirmandenzeit

Nicht so wie Schule

Unterricht

Im Konfirmandenunterricht werden zentrale Inhalte des christlichen Glaubens vermittelt. Früher bedeutete dies vor allem, dass zentrale Texte der Bibel und des Katechismus nach Martin Luther sowie Kirchenlieder auswendig gelernt und bei einer Prüfung abgefragt wurden. Heute beschränkt sich diese Abfrage auf wenige Stücke: Vaterunser, Glaubensbekenntnis, Psalm 23 und die Zehn Gebote (diese nicht dem Wortlaut nach, sondern inhaltlich) werden auswendig gelernt und in der Regel (nicht öffentlich) abgefragt.

Im Vordergrund stehen die gemeinsame persönliche Auseinandersetzung mit der christlichen Überlieferung und Tradition (Inhalte, Entstehung und Aufbau der Bibel, Leben und Wirken Jesu, Bedeutung des Glaubensbekenntnisses, Ablauf des Gottesdienstes, christliche Vorstellungen zum Beten, zu Tod und Auferstehung, Bedeutung von Taufe und Abendmahl), das Kennenlernen der Gemeinde und des Gemeindelebens vor Ort (Arbeit des Kirchenvorstandes, Kennenlernen der Mitarbeitenden) und die Fragen der Jugendlichen an den christlichen Glauben, die Kirche, aber auch Sinn- und Lebensfragen, die gemeinsam thematisiert und in christlicher Perspektive besprochen werden (Freundschaft, Familie, Sinn des Lebens, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Fragen nach der eigenen Identität).

Heute wird die Vorbereitung auf die Konfirmation als "Konfirmandenarbeit" und kaum noch als "Konfirmandenunterricht" bezeichnet. In den pädagogischen Konzepten wird hervorgehoben, dass das Gemeinschaftserlebnis innerhalb der Konfirmandengruppe und die Erfahrungen, die junge Menschen in dieser Zeit mit ihrem Glauben, kirchlichen Mitarbeitenden und ihrer Kirchengemeinde machen, entscheidend sind. In der Konfirmandenarbeit geht es darum, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden eine Beziehung zur Kirche aufbauen und sich eine eigene Meinung und Haltung zum christlichen Glauben bilden.

Für den Konfirmandenunterricht gibt es inzwischen verschiedene Modelle. Der Kirchenvorstand jeder Kirchengemeinde entscheidet über die Konfirmandenordnung, die Ablauf und Inhalte regelt. Weit verbreitet sind regelmäßige Treffen der Konfirmandengruppe über einen Zeitraum von zwei Jahren. Diese können zusammenhängend direkt vor der Konfirmation (beginnend mit dem Beginn des siebten Schuljahrs) oder aufgesplittet angeboten werden, dann findet bereits in der dritten oder der vierten Klasse ein Jahr lang Konfirmandenunterricht statt, in den die Eltern nach Möglichkeit aktiv einbezogen werden. In diesem Fall bietet die Kirchengemeinde Angebote innerhalb der Jugendarbeit für die Vorkonfirmandinnen und Vorkonfirmanden an, bis diese im achten Schuljahr das zweite Konfirmandenjahr absolvieren.

Möglich ist aber auch die Konfirmandenarbeit im Blockmodell. Hier treffen sich die Jugendlichen an mehreren Wochenenden zu Konfirmandentagen über einen Zeitraum von einem Jahr. Oft ist mindestens eine gemeinsame Konfirmandenfreizeit vorgesehen. In vielen Gemeinden gestalten ältere, bereits konfirmierte junge Menschen die Konfirmandenarbeit als sogenannte Teamerinnen und Teamer mit.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sind dazu angehalten, regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen. Der Kirchenvorstand legt in der Regel die Mindestanzahl der Gottesdienstbesuche fest. So sollen die Jugendlichen Ablauf und Gestaltungsmöglichkeiten des evangelischen Gottesdienstes kennenlernen und einüben und auch mit ihrer Kirchengemeinde vertraut werden. Oft übernehmen sie Aufgaben wie das Austeilen von Gesangbüchern oder das Sammeln der Kollekte, aber auch Bibellesungen oder Gebete.

Üblicherweise werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden zu Beginn ihrer Konfirmandenzeit in einem Gottesdienst öffentlich und namentlich begrüßt und gestalten selbst einen sogenannten Vorstellungsgottesdienst, oft auch als Ersatz für die frühere „Prüfung“. Oft wird dieser auf einer Konfirmandenfreizeit vorbereitet und kurz vor der Konfirmation abgehalten.

Genaue Zeiten des Unterrichts und Einzelheiten erfährst du von deiner Gmeinde. Wenn du nicht weißt, in welcher Gemeinde du bist, findest du hier eine Karte aller Gemeinden. Suche dir einfach die in deiner Nähe raus.