Helfen – Hinschauen – Handeln

Sexualisierte Gewalt

Prävention, Intervention und Aufarbeitung sind die Ziele der Bremischen Evangelischen Kirche beim Thema sexualisierte Gewalt. Es gilt die Gewaltschutzrichtlinie, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In Bremen gibt es verbindliche Regeln für das Vorgehen bei Verdachtsfällen und zwei Stellen mit unterschiedlichen Aufgaben: Die Meldestelle und die Ansprechstelle.

Meldestelle

Hilfe bei sexueller Gewalt

Die Bremische Evangelische Kirche verpflichtet sich, bei sexuellem Missbrauch nach den "Hinweisen für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung durch beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende im kirchlichen Dienst" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu handeln. Jede Kontaktaufnahme wird unter Wahrung der Anonymität entgegengenommen. 
 

Informationen der Bremischen Evangelischen Kirche

Ansprechpartnerin

Dr. Jutta Schmidt

Stellvertretende Leiterin der Kirchenkanzlei
Assistenz:
Tatjana Gutwein

0421 5597291
0421 5597265
jutta.schmidt@kirche-bremen.de

Ansprechstelle

Ansprechpartnerin

Ansprechpartnerin

Der Bremischen Evangelischen Kirche ist es ein zentrales Anliegen, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in Bremer Institutionen von Kirche und Diakonie zu verhindern und geschehenes Unrecht der Vergangenheit aufzuarbeiten.

Hierzu bedarf es einer Ansprechstelle, in der im geschützten Rahmen erlebte oder beobachtete Übergriffe mit einer Beraterin oder einem Berater besprochen werden können. Die Ansprechstelle der BEK ist die Familien- und Lebensberatung.

"Wir nehmen das Thema sexuelle Gewalt sehr ernst.  Nur wenn man Vorkommnisse und strukturelle Hintergründe kennt, kann die Bremische Evangelische Kirche die Prävention stärken", erläutert Pastor Ulrich Leube von der Familien- und Lebensberatung. Dort ist er gemeinsam mit der  psychologischen Beraterin Ebba Kirchner-Asbrock tätig. " Oft kommen Menschen zu uns, um Erfahrungen von Machtmissbrauch und sexuellen Übergriffen in
der Familie oder anderswo zu bearbeiten. Unsere Beratungsgrundsätze,"
so Ebba Kirchner-Asbrock, "sind Vertraulichkeit, auf Wunsch auch Anonymität, Transparenz und ein sicherer Rahmen für Gespräche. Sie gelten natürlich auch, wenn Menschen solche Erfahrungen im kirchlichen Bereich gemacht haben und sich an uns wenden."

Bei der Ansprechstelle können sich von sexualisierter Gewalt Betroffene melden, um Gewalterfahrungen erstmals anzusprechen und vertraulich ihre Wünsche und die weiteren Schritte zu klären.Sie erhalten unbürokratisch und zeitnah einen Beratungstermin. Alle Beratungs-Gespräche unterliegen der Schweigepflicht und sind kostenlos.

Weitere Informationen

Was versteht man unter "Sexuelle Gewalt"?

Sexualisierte Gewalt gegen Personen (m/w/d) wird nicht nur in Form von Vergewaltigungen ausgeübt. Sie äußert sich auch durch sexuelle Belästigung, zum Beispiel in Form von:

  • sexuellen Anspielungen, obszönen Worten oder Gesten
  • aufdringlichen und unangenehmen Blicke
  • Briefen oder elektronischen Nachrichten mit sexuellem Inhalt
  • unerwünschtem Zeigen oder Zusenden pornografischer Bilder oder Videos
  • unerwünschten sexualisierten Berührungen

Unter sexualisierter Gewalt wird jegliche Form von Gewalt verstanden, die sich in sexuellen Übergriffen ausdrückt. Der Begriff "sexualisierte" Gewalt macht deutlich, dass die sexuellen Handlungen als Mittel zum Zweck, also zur Ausübung von Macht und Gewalt, vorgenommen werden.

Sexualisierte Gewalt findet deshalb oft in Abhängigkeitsverhältnissen statt, z.B. am Arbeitsplatz im Sportverein, in der Schule oder der Jugendgruppe.  Personen jeden Alters und Geschlechts können betroffen sein. Mädchen und Frauen mit Beeinträchtigung oder Behinderung gehören zu den besonders gefährdeten Personengruppen.

Weitere Hilfsangebote

Zentrale Anlaufstelle .help

Die Zentrale Anlaufstelle .help bietet Information und Beratung für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und der Diakonie. Auf Wunsch vermitteln die MitarbeiterInnen an kirchliche und diakonische Ansprechstellen weiter, informieren aber auch über alternative und unabhängige Beratungsangebote. Bei Interesse erläutern sie den Aufbau der Institutionen und die Zuständigkeitsbereiche für die Anliegen der Beratung suchenden. Die kostenlose Beratung ist unabhängig, anonym und unterliegt der Schweigepflicht.

Telefon: 0800 5040 112
E-Mail:zentrale[at]anlaufstelle.help

Hilfen bei der Diakonie

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch 

0800-2255530 (kostenfrei und anonym)
Das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch und das Hilfetelefon Forschung sind ein Angebot des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Die Gespräche werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fachberatungsstelle N.I.N.A. e.V. (Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen) geführt. N.I.N.A. trägt die fachliche Verantwortung für das Hilfetelefon.
Telefonzeiten Hilfetelefon Sexueller Missbrauch und Hilfetelefon Forschung:

Montag und Mittwoch: 9 bis 14 Uhr

Dienstag und Freitag: 16 bis 21 Uhr

Sonntag: 15 bis 20 Uhr
(an Feiertagen sowie am 24. und 31. Dezember sind die Telefone nicht besetzt)

Online-Umfrage: Sexualisierte Gewalt in evangelischen Kontexten

Die Online-Befragung richtet sich an Menschen, die jemals in ihrem Leben sexualisierte Gewalt in evangelischen Kontexten erlebt haben. Evangelische Kontexte umfasst dabei Institutionen der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), Diakonische Einrichtungen/Angebote, Angebote der evangelischen Jugendarbeit, evangelische Freikirchen sowie nicht-evangelische Institutionen, in denen Amtsinhaber:innen oder Mitarbeitende der Evangelischen Kirche oder Diakonie sexualisierte Gewalt ausgeübt haben. Mit sexualisierter Gewalt meinen wir jede sexuelle Handlung einer anderen Person, die gegen den eigenen Willen vorgenommen wird, jede sexuelle Handlung, zu der man durch eine andere Person gezwungen wird und/oder jede sexuelle Handlung einer erwachsenen Person an einem Kind, auch wenn das Kind diesen Handlungen zustimmt.

Die Umfrage wird vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt und begleitet.

Hier geht es zur Umfrage
 

ForuM - Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt

Aktuell läuft eine Befragung zu den Erfahrungen mit der Zentralen Anlaufstelle.help. Weitere Informationen und die Option zur Teilnahme können unter www.forum-studie.de
aufgerufen werden. Weitere Informationen finden Sie auch hier im  Flyer.

Leistungen für Opfer sexualisierter Gewalt

Opfer sexualisierter Gewalt können einen Antrag auf zusätzliche individuelle finanzielle Leistungen stellen. Diese Leistungen sind mit einem Schmerzensgeld vergleichbar. Über den Antrag entscheidet eine unabhängige Kommission, die für die konföderierten evangelischen Kirchen in Niedersachsen und die Bremische evangelische Kirche gebildet ist.
 Informationen & Antrag

Mit der Errichtung der Stiftung "Anerkennung und Hilfe" haben der Bund, die Länder und die Kirchen im Jahr 2017 ein deutschlandweites Hilfesystem etabliert. Menschen, die als Kinder oder als Jugendliche in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe oder in einer stationären Einrichtung der Psychiatrie Leid und Unrecht erlebt haben und an den Folgen bis heute leiden, können sich an regionale Anlauf- und Beratungsstellen wenden und Hilfeleistungen in Anspruch nehmen. Zur Stiftung "Anerkennung und Hilfe"

Das Zeitzeugenportal richtet sich an Zeitzeugen, die Aussagen über die Situation der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in den stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie in der BRD (1949 - 1975) und der DDR (1949 - 1990) tätigen können. Zeitzeugen sind die Betroffenen selbst, ihre Eltern und andere Angehörige, das technische, medizinische und pädagogische Personal der Einrichtungen, Besucher und Praktikanten, Forscher, Ärzte und Jugendamtsmitarbeiter.

Wir möchten Sie ausdrücklich dazu ermutigen, Ihre Erinnerungen in unsere Forschungsarbeit mit einfließen zu lassen und sind dankbar für jede Zuschrift. Die Beteiligung kann anonym erfolgen. Alle Angaben, auch die persönlichen Kontaktdaten, sind freiwillig. Abschnitte des Portals können übersprungen oder handschriftlich in einer ausgedruckten Version ausgefüllt werden.“

LEISTUNGEN FÜR BETROFFENE SEXUALISIERTER GEWALT

Betroffene sexualisierter Gewalt können einen Antrag auf individuelle finanzielle Leistungen stellen. Diese Leistungen sind mit einem Schmerzensgeld vergleichbar. Über den Antrag entscheidet die Anerkennungskommission, die für die konföderierten evangelischen Kirchen in Niedersachsen und die Bremische evangelische Kirche gebildet ist.

Die Anerkennungskommission der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen ist Nachfolgerin der unabhängigen Kommission, die seit 2012 erst für die Hannoversche Landeskirche, später auch für die Braunschweiger Landeskirche und die ev.-Luth. Kirche in Oldenburg über solche Anträge entschied.

Für die Beantragung steht ein Vordruck zum Download bereit. Der Antrag ist bei der jeweils zuständigen evangelischen Kirche zu stellen. Sofern dieser zu der falschen Kirche gelangt, wird er intern weitergeleitet.

Der Antrag wird an die jeweilige Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt der zuständigen beteiligten Kirche oder der Diakonie gerichtet. Die Ansprechstelle berät und begleitet die Antragstellerinnen und Antragsteller. Sie arbeitet unabhängig. Sie ist nicht an Weisungen eines Landeskirchenamtes bzw. einer leitenden Kirchenverwaltung oder anderer kirchlicher Stelle gebunden.