01. September 2022

Gemeindeseminar: Kunst und Theologie

Kunst und Theologie gehören zusammen.

 

Zu allen Zeiten hat Kirche die Kunst gefördert und umgekehrt haben Künstler zu allen Zeiten die Inhalte der Theologie auf ihre Art und Weise in den Mittelpunkt ihres Schaffens gestellt. Bilder erklärten biblische und kirchengeschichtliche Inhalte und waren oft wie Predigten für Menschen. Die Bilderfeindlichkeit im Protestantismus, insbesondere in der reformierten (calvinistischen) Tradition, hat oft dazu geführt, dass bildhafte Darstellung – also sinnhafte Erfahrung von theologischen Inhalten – verloren ging.

Die bildende Kunst hat sich nie an solche Strömungen gehalten. Bis auf den heutigen Tag gibt es Künstler und Künstlerinnen, die in Malerei, Grafik, Bildhauerei und textiler Gestaltung ihre Gedanken über Theologie, Glauben und Kirche ausgedrücken.

Im Bereich der Musik gab es keine Bilderstürmerei. Die Musik geht über das Ohr ins Herz, sie stand nicht in der Gefahr, wie Bilder angebetet zu werden, was Luther strikt ablehnte. Sie transportiert theologische Inhalte und Aussagen über das gesungene Wort.

 

Kunst  gehört nicht einfach in Museen oder touristische besuchte Orte, sie steht auch im Dienst der Verkündigung: Wir wollen mit einem monatlichen Vortrag über bekannte und berühmte Kunstwerke ins Gespräch kommen und uns in Bilder mit Herz und Sinn vertiefen und vielleicht auch die seelsorgerliche Bedeutung erkennen und annehmen.

Die Vorträge finden im Gemeindezentrum H.-H.-Meier-Allee 40a, jeweils um 19.30 Uhr statt. Zu den Vorträgen lädt ein:  Pastor i. R. Michael J. Hack

Mittwoch, 5. Oktober, 19.30 Uhr: Lucas Cranach d.Ä. und die Reformation

Die wesentlichen Aussagen der reformatorischen Theologie Luthers finden wir auf dem Wittenberger Altar in der Stadtkirche. Cranach hat als Freund Luthers mithilfe der Malerei und der Grafik (Druckkunst) für eine weite Verbreitung reformatorischer Ideen und kritischer Auseinandersetzung mit der römischen Kirche gesorgt.

Weitere Termine (jeweils dienstags) und Informationen:

  8. November:   Der Genter Altar von Hubert und Jan van Eyck

13. Dezember:    Die Weihnachtsgeschichte in der altniederländischen Malerei

10. Januar:         Chagall und die Bibel

14. Februar:       Die Deckenmalerei in der Sixtinischen Kapelle und das Jüngste Gericht von Michel­angelo

14. März:           Passion und Ostern bei T. Riemenschneider, M. Grünewald, H. Memling, Rembrandt