Es blüht und duftet in Bibelgärten

Disteln und Zitronen

Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Die Bibel, 1. Buch Mose 1,12

Die Bibel, 1. Buch Mose 1,12

Schönes für die Sinne

Eintauchen in die Welt der Pflanzen

Disteln, Äpfel, Rosen und Mohn kennt hierzulande jedes Kind. Vielleicht auch noch Ginster, Lilien und Kamille. Sie alle sind nicht nur in Deutschland verbreitet, sondern ebenso in Israel und Palästina – in jenen Ländern, in denen die Geschichten der Bibel spielen. Da gibt es nicht nur die Sache mit Adam und Eva und dem Apfel: Die Weisen aus dem Morgenland schenken dem neugeborenen Jesus Gold, Myrrhe und Weihrauch, das stark duftende „heilige Räucherwerk“, ein getrocknetes Harz des Weihrauchbaums. Es wird in der katholischen Liturgie verwendet, erfreut sich aber auch als „Brennstoff“ geschnitzter Räuchermännchen großer Beliebtheit.

Die Pflanzen der Bibel im Bibelgarten entdecken

In Bremen ist solch ein Bibelgarten neben dem St. Petri Dom zu besichtigen. Hier wachsen über 60 Pflanzen, die in der Bibel eine Rolle spielen. Seit 1998 haben Pflanzenfreunde der Domgemeinde sie mit viel Liebe die zwischen Dom-Südwand und Glocke gelegene Fläche bepflanzt und gepflegt: Rizinus, Olive, Schierling und Senf, Wein, Weizen, Wermut und Zitrone, Christrose, Feige, Gerste, Malve; Minze, Oleander u.v.m. duften und gedeihen hier um die Wette.

Ich bin eine Blume in Scharon und eine Lilie im Tal

Die Bibel, Hohes Lied 2,1

Die Bibel, Hohes Lied 2,1

Oase mitten in der Stadt

Der Bremer Bibelgarten

Bei einer Führung kann man tief eintauchen in die Welt der Pflanzen und zugleich in Geschichten der Bibel. Der Straßenlärm der Domsheide ist auf einmal weit weg, leise plätschert das Wasser des Brunnens. Daneben bewacht eine steinerne Figur des Pilgers Jakobus - mit Jakobsmuschel, Beutel und Wanderstab – diese abgeschiedene und ruhige Oase inmitten des Großstadttrubels.

Es liegt eine Bibel bereit, in der man an Ort und Stelle die angegebenen Texte nachlesen kann, und Bänke laden zum Sitzen ein. Der Bibelgarten am St. Petri Dom ist einer von nahezu 150Bibelgärten in ganz Deutschland. Auch in Bremens Umgebung gibt es Bibelgärten: in Oyten, Stuhr, Wildeshausen, Harpstedt und Horstedt.

Der Bremer Bibelgarten ist täglich geöffnet und kostet keinen Eintritt. Es gibt Führungen und einmal im Jahr wird im Sommer ein Bibelgartenfest gefeiert.

Weiterführende Infos
„Aus dem Garten Gottes“ bremer kirchenzeitung, April-Juni 2019