Freitag, 19. März 2021

Chor-Nachwuchs gesucht - auch in der Pandemie

Das reiche Chor-Leben der Kinder- und Jugendkantoreien in der Bremischen Evangelischen Kirche geht in der Pandemie neue Wege, um musikalische Früherziehung, Stimmbildung und Proben zu ermöglichen.

Die beiden großen Bremer Kinder- und Jugendchöre, die Mädchenkantorei am St. Petri Dom und der Knabenchor an der Kirche Unser Lieben Frauen, dürfen momentan nicht in großen Gruppen singen, sondern höchstens im Duett, am Flügel begleitet von ihren Chorleitern.

Machen, was gerade möglich ist, lautet die Devise. „Einzel- oder Kleingruppenunterricht ist das, was in weiten Teilen der Coronazeit erlaubt ist“, so Knabenchor-Leiter Ulrich Kaiser. „Aber wir machen das Beste daraus. In Einzelproben kann man üben, vom Blatt zu singen. Das ist schon eine Kunst, und solo zu singen, kostet Überwindung, viele Sänger wachsen dabei über sich hinaus“

Große Konzerte gibt es natürlich auch in den Bremer Kirchen nicht. Am 13. März 2020 hat der Bremer Knabenchor in der Leipziger Thomaskirche zuletzt in großer Formation gesungen. „Wir waren tatsächlich die letzten, die vor dem ersten Lockdown dort auftreten konnten. Auf der Rückfahrt im Bus hörten wir dann von der Schließung der Schulen“, erinnert sich Ulrich Kaiser. Das sei zwar  eine Einschränkung, fügt Mädchenkantorei-Leiter Markus Kaiser hinzu, aber „im Gegensatz zu vielen Anderen in der Kulturszene haben wir das große Privileg, abgesichert arbeiten zu können“.

Beide Nachwuchschöre setzen in der Pandemie auf digitale Alternativen für ihren Probenbetrieb, um ihre Sängerinnen und Sänger bei der Stange zu halten. „Online mehrstimmig zusammen zu singen, ist kaum möglich, weil die Verbindungen zu oft haken und man sich nicht wirklich synchron hört“, erklärt Markus Kaiser. Deshalb setzte er auf digitale Einzelproben: „Gemeinsam mit den Kolleginnen haben wir pro Woche bis zu 200 Einzeltermine für Stimmbildung angeboten.“ Von Face-Time bis Zoom probierte die Mädchenkantorei so ziemlich jedes Videokonferenz-System aus. Hinzu kamen Lehrvideos per Youtube und Audiodateien zum Mitsingen. Regelmäßiges Training ist beim Singen so wichtig wie im Sport. Dennoch steht für beide Chorleiter fest: „Echtes Unterrichten ist durch nichts zu ersetzen.“

Sowohl die Mädchenkantorei, als auch der Knabenchor suchen noch Nachwuchs. Auch in der Coronazeit können neue Sängerinnen (ab vier Jahre) und Sänger (ab drei Jahre) bei den Bremer Chören einsteigen.

Kontakt:

Knabenchor
Ulrich Kaiser, knabenchor@kirche-bremen.de, Telefon 0421/330 31 11

Mädchenkantorei
Markus Kaiser, markus.kaiser@stpetridom.de, Telefon 0421/36 50 447

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