Mittwoch, 04. März 2026

Weltgebetstag 2026: Solidarität mit Nigeria auch in Bremen

Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ richtet der diesjährige Weltgebetstag am 6. März den Blick auf das westafrikanische Land Nigeria, wo die Menschen besonders unter Gewalt und Armut leiden.

Am 6. März 2026 feiern Christinnen und Christen in über 150 Ländern wieder den Weltgebetstag. Auch in Bremen laden ökumenische Teams zu 19 Gottesdiensten ein, um das weltumspannende Ereignis mitzufeiern. Frauen aus evangelischen, katholischen, alt-katholischen und freikirchlichen Gemeinden haben diese Feiern vorbereitet. In Werschenrege gibt es einen Weltgebetstags-Gottesdienst up Platt, in St. Jakobi ist der Chor Gloria UA dabei. Vielerorts gibt es im Anschluss ein gemütliches Beisammensein mit Getränken und einem kleinen Imbiss, teils auch mit kulinarischen Kostproben aus Nigeria.

Die Gottesdienstordnung unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ stammt von Christinnen aus dem westafrikanischen Nigeria, wo sowohl Menschen christlichen als auch muslimischen Glaubens unter den Übergriffen der islamistischen Terrormiliz Boko Haram leiden. Mehr als einhunderttausend Menschen haben die Islamisten insbesondere im Norden Nigerias ermordet, Entführungen gehören zum grausamen Alltag der Bevölkerung. Überlebende Witwen und Waisen leiden am stärksten unter dem Terror.  Zwangsverheiratungen von Mädchen aus wirtschaftlicher Not sind nach wie vor an der Tagesordnung.

Das Land mit etwa 230 Millionen Einwohnern mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas ist von großer Instabilität und Ungleichheit geprägt. Zwar ist Nigeria aufgrund seiner Öl- und Gasvorkommen die größte Volkswirtschaft des Kontinents, aber die breite Bevölkerung profitiert davon nicht. Menschenrechtsfragen, die Stärkung der Demokratie, Terror-, Korruptions- und Kriminalitätsbekämpfung sind nach wie vor Herausforderungen, denen sich das Land stellen muss. Durch die Zerschlagung der US-Entwicklungshilfe USAID droht in Nigeria außerdem, wie in vielen Ländern Subsahara-Afrikas, eine neue AIDS-Epidemie.

Die Nigerianer:innen sind zu fast gleichen Teilen christlichen oder muslimischen Glaubens. Auch wenn Konflikte sich oft entlang religiöser Trennlinien abspielen, ist Religion vielfach nicht die eigentliche Konfliktursache. Aufgrund der überforderten staatlichen Sicherheitsorgane treiben zahllose kriminelle Banden ihr Unwesen mit gewaltsamen Angriffen und systematischen Entführungen.

Alle Nigerianer*innen, ob Christ*innen oder Muslime, wollen in Frieden zusammenleben. 

 

sagt Reverend Rebecca Samuel Dali, Gründerin des Centre for Caring, Empowerment and Peace Initiatives, das insbesondere Witwen in Nordnigeria unterstützt. Über die schwierige Situation berichten drei Nigerianerinnen in Videos zu den Themen systemische Unterdrückung, Last von Armut und Verzweiflung und zur religiösen Verfolgung in dem westafrikanischen Land. Die Geschichten Beatrice, Jato und Blessing sind auf dem YouTube-Kanal des Internationalen Komitees auf Englisch zu hören, eine deutsche Untertitelung steht zur Verfügung.

Wer sich musikalisch auf den Weltgebetstag 2026 einstimmen möchte, kann das mit einem Video des Virtual Global Choir tun.

Hintergrund:

Der Weltgebetstag der Frauen wird jedes Jahr weltweit am ersten Freitag im März gefeiert. Seit 1927 setzen Frauen verschiedener Konfessionen rund um den Erdball damit ein Zeichen für Frieden und Versöhnung. Im Kampf und Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft spielt der Weltgebetstag eine wichtige Rolle. Das Engagement für den Umweltschutz, gegen Rassismus und Intoleranz gehören zur DNA der Weltgebetstagsbewegung. 

Jedes Jahr steht ein anderes Land im Mittelpunkt. Frauen aus diesem Land gestalten die Gottesdienstordnung, die - übersetzt - rund um den Globus gefeiert wird. Im Anschluss gibt es meist Möglichkeiten zur Begegnung und weitergehende Informationen. 

Alles rund um den Weltgebetstag hier.