Mittwoch, 18. Februar 2026

Zwischen Fassungslosigkeit und Mitgefühl: Bremische Evangelische Kirche lädt zum Ukraine-Friedensgebet in den St. Petri Dom

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine geht nach vier Jahren mit unverminderter Brutalität weiter. Unermessliches Leid ist zu beklagen, die Fassungslosigkeit und Verzweiflung kaum in Worte zu fassen. "Das ökumenische Friedensgebet am Jahrestag des russischen Überfalls (24. Februar, 19 Uhr im St. Petri Dom) mit musikalisch-szenischer Lesung will und kann die Ohnmacht nicht wegwischen. Es soll aber ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine setzen. Unsere gemeinsame Sehnsucht nach einem gerechten Frieden ist unzerstörbar", sagt Pastor Andreas Hamburg, Friedensbeauftragter der Bremischen Evangelische Kirche. "Wir laden alle Bremerinnen und Bremer ein, zusammenzustehen und sich nicht mit der humanitären Katastrophe in der der Ukraine abzufinden. Gerade in diesem extrem harten Kriegswinter ist verschärft die Zerstörung der Strom- und Wärmeinfrastruktur die die humanitäre Lage zusätzlich. Wir bleiben mit Hilfe und menschlicher Verbundenheit an der Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer – dafür beten wir und dafür tun wir auch ganz praktisch etwas."

Mit dabei sind u.a. Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, der ein Grußwort spricht. Maria Esfandiari, Präses der Bremischen Evangelischen Kirche eröffnet den Abend. 
Ebenfalls wird Dr. Iryna Tybinka, Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, Worte an die Besucher:innen des Friedensgebets richten. Der Bremer Honorarkonsul Jan-Oliver Buhlmann ist ebenfalls anwesend. Er ist Initiator und einer der Vorsitzenden der Bremer Stiftung Solidarität Ukraine, die am Jahrestag des Überfalls vormittags den 150. Lkw mit Hilfsgütern in die Ukraine schickt und sich nachhaltig für Hilfe und die Wiederaufbau der Ukraine engagiert. Auch der Kurator der Stiftung, Ronald Speidel, wird im Dom sein.

Als besonderes musikalisches Highlight ist ein Auftritt der ukrainischen Teilnehmerin am European Song Contest im Mai in Wien,  Viktoria Leléka, vorgesehen.

Vertreter:innen verschiedener christlichen Kirchen gestalten das ökumenische Friedensgebet, das auf Deutsch gehalten wird. Eine ukrainische Übersetzung in schriftlicher Form steht ukrainischsprachigen Besucher:innen vor Ort zur Verfügung.

Im Mittelpunkt des Abends steht die szenisch-musikalische Darstellung „Zerrissene Gegenwart – Stimmen aus einem Land im Überlebenskampf“eines Ensembles aus deutschsprachigen Sprecher:innen und ukrainischen Musikern. Mit dabei sind u.a. Yuriy Seredin – Orgel/Klavier, Daniil Zverkhanovskyi – E-Gitarre, Konzeption: Jan Uplegger, der auch Initiator der kulturellen Initiative ist, „um Menschen in Deutschland die Ohren zu öffnen für den kulturellen Reichtum der Ukraine“, denn seit dem 24. Februar 2022 ist die Welt eine andere. Als Sprecher:innen gestalten Mareile Metzner, Sandra Nedeleff. Christoph Schüchner und Jan Uplegger selbst den Abend. Sie bringen Originaltexte aus der Ukraine zur Sprache, Texte von Dichter:innen und Autor:innen, die den russischen Angriffskrieg seit 2022 aus persönlicher Perspektive reflektieren.

Vier Jahre nach Kriegsbeginn erzählen diese Stimmen vom Erleben des Krieges und vom Leben im Ausnahmezustand: von zerstörter Zeit, von Angst und Verlust, aber auch von Solidarität, Widerstandskraft und dem Festhalten an Menschlichkeit. Die Texte machen erfahrbar, wie sich Krieg in den Alltag einschreibt – auch fern der Front.
Die Wortbeiträge werden kontrastiert und vertieft durch Musik ukrainischer Künstler:innen, die infolge des Krieges in Deutschland leben.

Der Eintritt zum Friedensgebet mit der musikalischen Lesung ist frei.