Hintergrund & Bedeutung

Evangelische Trauung

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei!

1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 18

1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 18

So beginnt ein bei vielen Trauungen verlesener Text aus der Schöpfungsgeschichte der Bibel, in der Gott den Menschen als ein Wesen erschafft, das auf Beziehung und Partnerschaft angewiesen ist. Und die findet sie in einer dauerhaften Lebensgemeinschaft.

Die Ehe als eine solche Lebensgemeinschaft bietet ein Fundament für menschlichen Zusammenhalt, Stärke und Solidarität. Und damit bietet die Ehe einen Schutzraum für die Partner ebenso wie für heranwachsende Kinder. Darum wird sie durch Staat und Kirche geschützt und gefördert.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Die Bibel, 1. Brief des Paulus an die Korinther, 13,13

Die Bibel, 1. Brief des Paulus an die Korinther, 13,13

In der Bibel wird an vielen Stellen die Bindungskraft der Liebe zwischen Menschen beschrieben, wie hier im „Hohelied der Liebe“. Sie reicht von der körperlichen bis zur geistigen Verbundenheit, gegenseitiger Treue und Vergebung bis zur Solidarität mit anderen und über eigene Interessen hinaus. Und in all dem ist sie ein Zeichen der Liebe Gottes.

Darum werden in Traugottesdiensten gerne biblische Texte über die Liebe verlesen und im Blick auf das Brautpaar ausgelegt.  Vielfach wird hierbei ein zentraler Leitgedanke des Apostels Paulus aufgenommen, dass Christen und Christinnen zur Freiheit berufen sind, die einander in Liebe dienen und die Last des anderen tragen.

Was Gott zusammen gefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden!

Die Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 19, Vers 6

Die Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 19, Vers 6

Über den Sinn und die Weisheit dieses Satzes Jesu wird heute oft nachgedacht. Im damaligen Zusammenhang war es zunächst Jesu Antwort auf die ihm gestellte Frage, ob es Männern erlaubt war, sich von ihren Ehefrauen zu trennen.

Beziehungen, Partnerschaft und Ehe stehen damals wie heute unter Belastungsproben und können zerbrechen. Sie bedürfen des Segens, der Stärkung, der Vergebung und Erneuerung. Die Evangelische Kirche lässt sich in ihrem Eheverständnis vom Geist Jesu leiten und begleitet und stärkt Menschen in ihrem Zusammenleben: Mit Gottesdiensten und Seelsorge, mit Kindergärten und Beratungangeboten und vielem mehr.

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Die Bibel, 1. Johannesbrief, Kapitel 4, Vers 16

Die Bibel, 1. Johannesbrief, Kapitel 4, Vers 16

In den vergangenen Jahrzehnten ist in der evangelischen Kirche das Bewusstsein dafür gewachsen, dass dieser Satz für alle Menschen und die vielfältigen Formen ihrer Lebensgestaltung gilt. Deshalb werden in der Bremischen Evangelischen Kirche auch gleichgeschlechtliche Paare getraut, weil in ihren  Ehen die Liebe ebenso zur Entfaltung kommt, wie in Partnerschaften von Mann und Frau.

Je nach Gemeindetradition bestehen allerdings unterschiedliche Haltungen zur kirchlichen Trauung schwuler und lesbischer Paare. Hier erfahren Sie, wo dies möglich ist.

Rat & Hilfe bei Fragen bzw. Konflikten in der Partnerschaft, Ehe oder bei einer Schwangerschaft finden Sie bei der Familien- und Lebensberatung der Bremischen Evangelischen Kirche.