Lebensereignis Trauerfeier

Kinder teilnehmen lassen

Kinder an der Trauerfeier teilnehmen lassen

Eltern versuchen ihre Kinder manchmal vor dem Schmerz zu beschützen, indem sie sie nicht mitzur Trauerfeier nehmen oder sogar den Sterbefall verschweigen. Aber auch Kinder wollen Abschied nehmen. Schon sehr kleine Kinder spüren durch das Verhalten und die Kleidung der Erwachsenen, dass etwas Besonderes passiert ist. Und dass z. B. die Oma nicht mehr da ist. Auch kleine Kinder haben schon erlebt oder in Kinderbüchern gesehen, dass Pflanzen oder Tiere sterben können. Auch wenn sie den Tod noch nicht verstandesmäßig erfassen können, sie spüren ihn und leiden unter der Trennung. Und irgendwann fragen sie sowieso nach dem Warum. Wenn sie von der Trauer ausgeschlossen werden, fühlen sie sich allein gelassen und damit den Schmerz nur umso deutlicher. Und sie sind auch noch ihren Phantasien darüber ausgesetzt, wie die Erwachsenen damit umgehen oder warum gerade sie ausgeschlossen werden.

Sprechen sie mit ihrem Kind darüber, ob sie wünschen zu Kranken, Sterbenden und zum Grab mitzugehen. Drängen sie sie nicht, aber lassen sie sie mitgehen, wenn sie es wünschen. Sie können sie z.B. ein Bild malen lassen und mit ins Grab legen, um der Trauer Ausdruck zu verleihen. Sie können ihr Kind den Sarg oder den Grabschmuck mit auswählen lassen. Versuchen sie so die Trauer in der Familie gemeinsam zu bewältigen. Manchmal denken Kinder, der Tod sei eine Strafe für böse Taten, und bekommen Schuldgefühle. Sprechen sie mit ihren Kindern darüber, dass dies nicht so ist. Religiöse Vorstellungen eines strafenden Gottes verstärken solche Schuldgefühle. Hilfreich ist die Vermittlung einer Gottesvorstellung, in der die Menschen Schutz, Frieden und Vergebung finden, Tote wie Lebende. Es kann auch helfen über die Realität der natürlichen Kreisläufe von Leben und Sterben zu reden, in denen nicht alle gleich lang leben.

Sie müssen nicht für alles eine Erklärung haben. Aber versuchen sie mit klaren Worten über den Tod zu sprechen. Erklären sie zum Beispiel, dass er Folge einer schweren Krankheit, eines Unfalls, des hohen Alters sei, oder, wie unerwartet er kam. Aber erklären sie es besser nicht so, dass Oma nun „eingeschlafen “ sei. Das kann beim Kind die Angst vor dem eigenen Einschlafen wecken. Sagen sie lieber nicht, Vati sei „für eine lange Zeit weggegangen“ und käme nicht wieder. Das kann das Kind als Strafe empfinden und starke Schuldgefühle entwickeln.

Geben sie ihrem Kind die Sicherheit, dass es nicht allein gelassen wird. Wenn sie selbst zu stark von der Trauer betroffen sind, um Kindern genügend Halt zu bieten, suchen sie sich Hilfe. Bei der Trauerfeier können sie ihnen z.B. eine vertraute Person zur Seite stellen, die nicht so unmittelbar von der Trauer betroffen ist. Erklären sie ihm z.B. wie die Trauerfeier abläuft, dass die Menschen schwarze Kleidung tragen weil sie traurig sind. Für die Zeit danach können sie vielleicht Angehörige bei der Erziehung unterstützen. Sie finden auch Hilfe in Trauergruppen und psychologischen Beratungsstellen.

Ansprechpartner für trauernde Eltern und Kinder in Bremen: Selbsthilfegruppe Verwaiste Eltern (Diakonie Bremen)
Trauerland - Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e.V.