Konzert
Tanz auf dem Hochchor - Ein barockes Ballett
Do., 07.05.2026 | 19:00 - 20:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: Am Dom, 28195 Bremen
Veranstaltungs-ID: 35420
Barocktanz – eine seltene Kunst. Was schwerelos und elegant aussieht, ist das Ergebnis harter Arbeit, jahrelanger Übung und Forschung.
Versailles Ende des 17. Jahrhunderts: hier erlebt der Absolutismus seine größte Blüte, alles wird vom König kontrolliert, auch die Kunst. Wie die Architektur ist sie einer sehr strengen Symmetrie unterworfen, die Natur wird noch schöner gemacht, indem sie stilisiert wird, alles ist auf die Mitte, das Zentrum, Ludwig XIV ausgerichtet. Der Hof lebt von und durch Etikette, nichts bleibt dem Zufall überlassen.
In diesem Umfeld entsteht die Bühnenkunst Tanz. Zum ersten Mal ist Tanz eine Kunst im Sinne von Ballett, also losgelöst von der gesellschaftlichen Funktion im Ballsaal, ein Mittel in des Königs Hand, um Macht und Reichtum zu demonstrieren, ein Teil der Etikette und der Anfang dessen, was später zum Klassischen Ballett wurde. Dieser Wunsch des Königs, alles zu kontrollieren, ist für uns heute ein großer Segen: er gründete Akademien für viele Fächer, als erstes die academie de la danse. So wurde alles dokumentiert und eine Art entwickelt, die Bewegungen so genau aufzuschreiben, daß sie tatsächlich heute wieder gelesen und neu aufgeführt werden können, ähnlich der Notenschrift und mit einem ähnlichen Limit: wir können letztlich nur raten, wie es ausgesehen haben kann, aber die Quellenlage ist sehr gut. Die meisten Choreographien, die wir benutzen, sind original überliefert und stammen von den großen Choreographen Louis-Guillaume Pécour (ca 1651-1729) und Raoul Auger Feuillet (1659/60-1710) aus den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts. Sie sind in einer von Feuillet genau 1700 herausgegebenen, aber von Pécour entwickelten Schrittnotation erhalten, die alle Schritte und die choreographischen Wege abbildet. Auch Anweisungen für die Armbewegungen sind uns überliefert. Wenn wir selber choreographieren, zum Beispiel, weil wir einen Tanz zu einer bestimmten Musik brauchen, arbeiten wir sehr nah an den historischen Vorbildern. Die Kostüme machen wir selbst. Wir geben dem barocken Tanz ein
Kleid, das den Blick auf ihn selbst öffnet, ihn herausnimmt aus einem steifen Gewand, dem Publikum den Tanz zeigend und nicht die Perücke. So haben wir einen eigenen Kostümstil entwickelt, der nicht historisch und nicht modern ist. Zu den ‚neutralen‘ Kostümen kommen Figuren wie Harlekin und Pierrot, die dann in klassischer Kostümierung der Commedia del’Arte auftreten.
Barock Tanz Akademie Bremen
Tanz:
Patrice Boileau – Tanz, Trompete, Zink
Danica Buric – Tanz, Cembalo
Daria Doliuk – Tanz, Violine
Kenichi Ikei - Tanz
Carla Linné – Tanz, Violine, Choreographie, Kostüme
Sayaka Namizuka – Tanz
Musik:
Hans Salger – Violine, Viola
Johannes Loescher - Cello
Jörg Hitz – Cembalo, musikalische Leitung

Veranstaltungsort
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Am Dom
28195 Bremen