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Ernesto Cardenal - CÁNTICO CÓSMICO - GESÄNGE DES UNIVERSUMS - Eine Konzertlesung zum Gedenken an Luise Scherf

Liederzyklus für Bariton und Streichquartett von Karla Domínguez

Sa., 16.01.2027 | 19:30 - 21:30 Uhr

Ort der Veranstaltung: Kulturkirche St. Stephani Bremen | Stephanikirchhof 8, 28195 Bremen

Veranstaltungs-ID: 39681

Ernesto Cardenal - CÁNTICO CÓSMICO - GESÄNGE DES UNIVERSUMS

Liederzyklus für Bariton und Streichquartett von Karla Domínguez

Eine Konzertlesung zum Gedenken an Luise Scherf

Olaf Reitz – Rezitation, Thomas Laske – Bariton

Grand Art Quartett: Maurice Maurer – Violine, Christoph König – Violine, Albert Hametoff – Viola, Nicole Milner – Violoncello

Im Jahr 2025 wäre der nicaraguanische Dichter und revolutionäre Priester Ernesto Cardenal (1925–2020) 100 Jahre alt geworden. Er war Kulturminister seines Landes, zweimal für den Literaturnobelpreis nominiert. Zeit seines Lebens setzte er sich für die Verständlichkeit des christlichen Glaubens, eine politisch verantwortbare Kirche, für Kultur und soziale Gerechtigkeit ein. Diese Arbeit und eine tiefe Freundschaft verband Luise Scherf mit Ernesto Cardenal. Im Gedenken und zu Ehren beider findet dieser Abend in Kooperation mit der „Dietmar Schönherr und Luise Scherf-Stiftung für Pan y Arte“ statt. Weiterer Kooperationspartner ist das Instituto Cervantes Bremen.

Eintritt: 21 / 12 Euro – mit Bremen-Pass: 7 Euro - Information zum Kartenverkauf und direkter Link zum Vorverkauf siehe unten.

Die nicaraguanisch-deutsche Komponistin Karla Domínguez (*1983) präsentiert ein außergewöhnliches musikalisch-literarisches Werk: „Cántico Cósmico“ (Gesänge des Universums). Der Liederzyklus umfasst neun vertonte Dichtungen aus verschiedenen Lebens- und Schaffensphasen Ernesto Cardenals. Lyrik trifft hier auf Streichquartett, hupende Autos, zirpende Zikaden, Möwengeräusche, Rhythmen aus Lateinamerika, nicaraguanische Folklore und klassische Musik. Der deutschlandweit bekannte Bariton Thomas Laske singt die Gedichte in der Originalsprache, begleitet von den Streicher*innen des Grand Art Quartetts. Dazu liest der Schauspieler Olaf Reitz Auszüge aus Cardenals Autobiografie sowie aus der Entstehungsgeschichte seiner Werke. Ein Abend voller Poesie, Musik und kultureller Tiefe – ein harmonisches Zusammenspiel von Wort und Klang, ein Dialog einer Künstlerin von heute mit einem Klassiker der lateinamerikanischen Moderne.

Ernesto Cardenal (1925–2020) war ein nicaraguanischer Dichter, Priester und Kulturminister seines Landes während der revolutionären Regierung Nicaraguas in den 1980er-Jahren. Er studierte Philosophie, Literatur und Theologie und wurde 1965 zum Priester geweiht. Auf einer Insel im Nicaragua-See („Cocibolca“) gründete er eine Kommune nach urchristlichem Vorbild. Durch sein literarisches Werk – zahlreiche Gedichte, Essays und politische Texte – sowie durch sein gesellschaftliches Engagement wurde er zu einem der bekanntesten Schriftsteller Lateinamerikas. Seit 1967 erschienen seine Bücher in deutscher Übersetzung im Peter Hammer Verlag. 1980 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1983 wurde er während des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Managua öffentlich ermahnt und später vom Vatikan vom Priesteramt suspendiert. Cardenal wurde mit bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Pablo-Neruda-Preis in Chile und der Reina-Sofía-Preis für iberoamerikanische Poesie. 2017 verlieh ihm die Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal die Ehrendoktorwürde. Kurz vor seinem Tod wurde Ernesto Cardenal von Papst Franziskus offiziell rehabilitiert und durfte wieder die Sakramente ausüben. Ernesto Cardenal starb in Managua im Alter von 95 Jahren.

Der in Stuttgart geborene Bariton Thomas Laske sammelte als Mitglied der Stuttgarter Hymnus-Chorknaben erste musikalische Erfahrungen. Nach Studienabschlüssen in den Fächern Ton-und Bildtechnik als Diplomingenieur und Gesang wurde er zunächst an das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein und anschließend an die Wuppertaler Bühnen engagiert. 1997 gewann er den Richard Strauss-Wettbewerb in München. Zu seinem Opernrepertoire gehören mehr als 50 große Baritonpartien. Gastspiele führten ihn unter anderem an die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper, die Oper Köln, die Oper Frankfurt, das Niedersächsische Staatstheater Hannover und das National Center for the Performing Arts Peking. Vor allem aber ist Thomas Laske ein gefragter Lied- und Konzertsänger, der mit Dirigenten und Ensembles wie K.F. Beringer, G.C. Biller, R. Chailly, E. zu Guttenberg, M. Jansons, T. Koopman, H. Rilling und W. Sawallisch, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Bamberger Symphonikern, dem Deutschen Symphonierorchester Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig, den St. Petersburger Philharmonikern, dem Sinfonischen Orchester Mailand Guiseppe Verdi, dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, dem Dresdener Kreuzchor, dem Thomanerchor Leipzig und dem Windsbacher Knabenchor zusammengearbeitet hat. Umfangreiche Rundfunk- und CD-Einspielungen dokumentiert dieses Schaffen. In der letzten Zeit sang er u.a. Bachs Weihnachtsoratorium auf einer Tournee mit dem Windsbacher Knabenchor und dem Kammerorchester Basel unter Ludwig Böhme, den Jesus in Bachs Matthäus-Passion im Teatro La Fenice Venedig unter Ton Koopman sowie Bachs h-moll-Messe bei den Herrenchiemseefestspielen unter Kent Nagano.

Die Musiker:innen des Grand Art Quartetts vereinen unterschiedliche musikalische Hintergründe. Sie wirken in renommierten Orchestern mit oder entfalten ihre Vielseitigkeit in zahlreichen Projekten und Ensembles. Sie fühlen sich in verschiedenen Musikrichtungen und genreübergreifenden Formaten zu Hause, wie beispielsweise im Crossover oder Jazz. Was sie jedoch verbindet, ist ihre instrumentale und musikalische Exzellenz, das feine Gespür füreinander, sowie die gemeinsame Leidenschaft für die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks. Ihre mitreißenden Interpretationen, sowie individuellen Programmkonzepte haben das Ensemble über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Das Repertoire wird kontinuierlich um neue Stücke erweitert, die zum Teil auch selbst arrangiert und instrumentiert werden. Das Grand Art Ensemble arbeitet regelmäßig mit anderen Künstler:innen zusammen, wodurch sie den klassischen Rahmen des Quartetts bereitwillig öffnen und mit spannenden Klangfarben anderer Instrumente bereichern. Dem Ensemble liegt es am Herzen, Klassiker der Quartettliteratur mit Neuem zu verbinden und die Grenzen des Repertoires immer wieder zu erweitern. 
Olaf Reitz liest und spricht – hörbar in Radiofeatures oder als Synchronstimme, er führt durch Dokumentationen und erklärt technische Anlagen konzipiert und produziert eigene Hörbücher, zum Beispiel die Geschichte über den Robin Hood des Wupperthals: Carl Biebighäuser, 'Galgenlieder und andere Gesänge' / Christian Morgenstern oder die Kompilation HUNGERKÜNSTLER, betreibt mit seinem Kollegen Andy Dino Iussa die 'Heilkünstlerei', wo themenorientierte Reihen entstehen ist live in unterschiedlichen Formationen und Genres zu erleben. Gastauftritte führten ihn u.a. nach Cuba und Spanien. 

Die Komponistin, Musikpädagogin und Blockflötistin Karla Domínguez wurde 1983 in Managua, Nicaragua, geboren. Durch das Musikprojekt “Música en los barrios” erhielt sie ihren ersten Blockflötenunterricht und erwarb beim selben Projekt kurz danach ihre ersten Erfahrungen als Blockflötenlehrerin. Seit 1997 erhielt sie jedes Jahr Unterricht mit dem Blockflötenquartett “Flautando Köln” in ihrer Heimat. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Architektur in Managua. Sie brach das Studium ab und begann den Studiengang „Musikpädagogik mit Hauptfach Blockflöte“ bei Prof. Manfredo Zimmermann in Wuppertal. Sie wurde Preisträgerin des „DAAD-Preises, sowie Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung. Nach ihrem Diplom im Jahr 2012 begann sie ein „Master of Music“ Studium in Freiburg, wo sie vor allem die praktischen musiktheoretischen Fächer verschiedener Stilistiken sowie Improvisation auswählte. Sie wurde Stipendiatin der Dr-Leo-Ricker-Stiftung. Aus dieser Zeit entstand, u.a. „Epigramm“ von Ernesto Cardenal. Sie unterrichtete mehrere Jahre Blockflöte und konzipierte auch ein pädagogisches Lehrwerk und pädagogisches Material (Lieder und Ensemble-Arrangements). Im Jahr 2016 reiste sie nach Taiwan mit ihrer damaligen Band „Carretera Sur“.
Ihre musikalische Verbindung zu Nicaragua behält sie durch den Workshops und Kurse mit den Themen Blockflötenpädagogik, populär Musik und Improvisation für Laien-Blockflötenlehrer*innen in Managua. In ihrem ersten großen Werk, dem Liederzyklus „Cántico Cósmico“ (Gesänge des Universums) vertonte sie acht Texte von Ernesto Cardenal. Die Uraufführung fand am 15. November 2025 in Wuppertal statt.

Karla Domínguez

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Tim Günther - Musikdirektion

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