Musik & Konzert | Chor | Passionszeit | Karfreitag
Oratorium zum Karfreitag - Johannespassion
Instrumentierung von Robert Schumann
Fr., 03.04.2026 | 19:00 - 21:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: St. Petri Domgemeinde - St. Petri Dom | Am Dom 1, 28195 Bremen
Veranstaltungs-ID: 35690
Zu den bedeutenden Ereignissen in der Bremer Musikgeschichte gehört die erste Wiederaufführung der Bach’schen Johannespassion am Karfreitag, 20.4.1832. Der damalige Domkantor W. F. Riem kannte als ehemaliges Mitglied des Leipziger Thomanerchors die Werke Bachs von Jugend auf. Unter seiner Leitung gehörte die Bremer Singakademie zu den wenigen Chören in Deutschland, die in der Lage waren, Bachs Chorwerke einzustudieren. Direkt als 1831 die Partitur der Johannespassion im Neudruck erschien, machte Riem sich an die Arbeit. Wir wissen, dass das Orchester damals üppig mit 40 Streichern besetzt war, dass Klarinetten eingesetzt wurden, und dass der Chor etwa 90 Mitglieder hatte.
Bach’sche Oratorien stellten für die Musiker im 19. Jahrhundert eine große Herausforderung dar. Einige Orchesterinstrumente und die Praxis des Basso continuo waren ungebräuchlich geworden und mussten durch moderne Lösungen ersetzt werden.
Fast zwanzig Jahre nach der Bremer Aufführung nahm sich Robert Schumann das Werk vor und schrieb einige zusätzliche Stimmen für Klarinette und sogar für Trompete. Seine Frau Clara begleitete am Hammerklavier. Schumanns Dirigierpartitur und das dazugehörige Orchestermaterial dient als Vorlage für unsere Aufführung am Karfreitag.
Seit fünfzig Jahren sind wir nun gewohnt, Barockmusik auf historisch informierte Weise zu interpretieren. Die Instrumente (auch die zwischenzeitlich aus der Mode gekommenen wie Viola da gamba, Oboe d’amore und Laute) werden nach historischen Vorbildern nachgebaut. Die Organisten studieren das Generalbass-Spiel im barocken Sinn. Alle Musiker beschäftigen sich mit den jeweiligen Gepflogenheiten aus der Entstehungszeit der Kompositionen, was Phrasierung, Verzierung und dynamische Gestaltung betrifft. Ziel ist dabei weniger die Rekonstruktion eines historischen Ereignisses, sondern ein bewegendes Wieder-Erleben der ursprünglichen Idee des Komponisten.
Auch unsere Aufführung nach der Vorlage von Robert Schumann will keineswegs museal sein. Vielmehr geht es darum, aus der historischen Entwicklung der Instrumente und der Interpretationsweise neue Anregungen zu gewinnen für einen lebendigen Ausdruck dieser immer noch so faszinierenden und aktuellen Musik.
Vorverkauf über Nordwest-Ticket und ab Februar auch in Kapitel 8
(Saalplan)
#Passionskonzerte
Veranstaltungsort
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Mitwirkende
- Veronika Winter, Sopran
- Dorothea Zimmermann, Alt
- Clemens Löschmann, Tenor
- Raimund Nolte, Bass
- Bremer Philharmoniker
- Bremer Domchor
- Stephan Leuthold, Hammerklavier
- Leitung: Tobias Gravenhorst