Mittwoch, 02. September 2026

11.9. „Lasst uns darüber reden“ – Ökumenischer Gottesdienst zum Welttag der Suizidprävention

Mit einem ökumenischen Gottesdienst machen verschiedene Akteure zum Welttag der Suizidprävention auf das Leid und die Folgen von Suiziden aufmerksam. Das breite Bündnis aus Kirche, Medizin, Psychotherapie und Seelsorge möchte mit diesem Gottesdienst das Thema aus der Unsichtbarkeit holen.

Die Zahl der Suizide und Suizidversuche ist ein weltweites Thema, dem sich der Welttag der Suizidprävention seit 2003 widmet. Auch in Bremen sind Suizide keine Randerscheinung, wenngleich sie in der Öffentlichkeit eher am Rand wahrgenommen werden.

Damit die Not derer, die an den Umständen so leiden, dass sie damit nicht mehr weiterleben wollen, sicht- und hörbar wird, laden die Bremische Evangelische Kirche, der Katholische Gemeindeverband in Bremen, die TelefonSeelsorge und die Psychotherapeutenkammer am Freitag, den 11. September um 18 Uhr, zu einem Gottesdienst  in der Stadtkirche Unser Lieben Frauen (Unser Lieben Frauen Kirchhof 27–29) unter dem Motto „Lasst uns darüber reden“ ein.

Suizid und Suizidalität machen hilflos. Menschen verstummen. 

Pastorin Christine Kind, Leiterin der Seelsorge und Beratung in der Bremischen Evangelischen Kirche, weiß, dass „Reden über suizidale Gedanken“ helfen kann. Die Erfahrung zeigt: 

Viele Betroffene berichten, dass der Leidensdruck abnimmt, die Suizidgedanken weniger stark und häufig werden, besser geschlafen wird und wieder mehr Hoffnung entsteht, wenn sie über ihre Suizidgedanken sprechen können.


Im Jahr 2024 gab es laut Statistischem Bundesamt 10.372 vollendete Suizide und nach einer Schätzung des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) weit mehr als 100.000 versuchte Suizide. Das Bundesland Bremen verzeichnete im selben Jahr den stärksten Anstieg der Suizidrate im Vergleich aller Bundesländer. Ein trauriger Rekord.

Umso bedeutsamer ist es, dass die katholische und die evangelische Kirche zusammen mit Fachleuten aus Medizin, Psychotherapie und Seelsorge diesen Gottesdienst gestalten und damit ein Thema sichtbar machen, das eine Gruppe allein nicht sichtbar machen könnte: Suizide, deren Gründe vielfältig und schwerwiegend sind. Das Leid der Menschen, die direkt und indirekt betroffen sind. Und die Möglichkeiten, die es gibt, um zu helfen.

Die Kanzelrede beim Gottesdienst zum Welttag der Suizidprävention hält Frau Dr. Kirsten Kappert-Gonther (MdB), die sich als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bereits öffentlich für ein Suizidpräventionsgesetz ausgesprochen hat.

Am Gottesdienst beteiligt sind außerdem:

  • Dr. Christoph Sülz, stellvertretender Vorsitzender der Psychotherapeutenkammer, Bremen
  • Propst Dr. Bernhard Stecker, Katholischer Gemeindeverband in Bremen
  • Pastor Dr. Bernd Kuschnerus, Präsident Bremische Evangelische Kirche
  • sowie Mitarbeitende aus der TelefonSeelsorge und anderen Einrichtungen.
  • Musik: Ansgar Müller-Nanninga & Peter Dahm (Orgel/Klavier & Saxophon).
     

Die TelefonSeelsorge ist telefonisch unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 rund um die Uhr erreichbar. 
Wer lieber schreibt, kann die Mitarbeitenden dort unter online.telefonseelsorge.de erreichen. Darüber hinaus gibt es eine kostenlose App, den „KrisenKompass“. Diese bietet Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen, die sich mit depressiven Gefühlen und Suizidgedanken tragen.