Donnerstag, 22. Januar 2026
Bernd Kuschnerus zum Holocaust-Gedenktag: „Dem Hass entschlossen entgegentreten“
Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal. Auschwitz steht stellvertretend für die Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Gegner, Kriegsgefangene und Widerstandskämpfer aus ganz Europa. Auschwitz markiert nicht nur den absoluten Tiefpunkt deutscher Geschichte, es ist ein Menschheitsverbrechen ohne Gleichen. Auch in Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) gibt es aus diesem Anlass Gedenk-Veranstaltungen, um die Erinnerung an den Nazi-Terror wachzuhalten und Impulse für eine friedliche Gesellschaft zu geben.
Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus zum Holocaust-Gedenktag
Gedenken darf niemals zur Routine werden. Gerade am Holocaustgedenktag 2026 ist es aktueller denn je.
„Jede Generation muss die Erinnerung an den Holocaust für sich gestalten und lebendig erhalten. Die Erinnerung an das größte Menschheitsverbrechen wach zu halten, ist eine bleibende Verpflichtung für alle Menschen in Deutschland. Wir müssen die Lehren aus dem Holocaust und die Scham über unsere Geschichte präsent halten.
Wer das entsetzliche, schier unvorstellbare Geschehene vergisst oder gar bewusst verdrängen will, legt die Axt an die Wurzel unserer demokratischen Gesellschaft. Die unantastbare Würde aller Menschen, auf der unser Zusammenleben aufbaut, haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes uns als eine Lehre aus dem Faschismus ins Stammbuch unserer Demokratie geschrieben. Nie wieder soll es dazu kommen, dass Judenhass und Menschenverachtung gegen viele Gruppen Leid über Menschen bringen, wie es 1933 bis 1945 im deutschen Namen geschah und vielen Millionen Menschen den Tod brachte.
Mit Margot Friedländer, deren Tod wir im vergangenen Jahr betrauern mussten, wünsche ich mir, dass wir Menschen bleiben. Ihre scheinbar so einfache wie eindrückliche Botschaft „Bleibt Menschen!“ nimmt uns in die Verantwortung. Daher gilt es täglich den wachsenden Antisemitismus‘ und die fortwährende Menschenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft zu bekämpfen. Diesem Hass müssen wir entschlossen entgegentreten, nicht nur am heutigen Holocaustgedenktag.“
In den Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche finden aus diesem Anlass nachfolgende Veranstaltungen statt:
Im Kapitel 8, Evangelisches Informationszentrum (Domsheide 8) ist vom 20. Januar bis 14. März die Ausstellung „Kinder des Krieges“ geöffnet.
Auch gegenwärtig ist die Welt von Kriegen umgeben. Wie in allen Kriegen sind es auch die Kinder die getötet, oder an Körper und Seele verletzt werden.
Die Bremer Künstlerin Dagmar Calais fühlt sich verpflichtet, Partei für diese Opfergruppe zu ergreifen. Auf diese Weise entstanden großformatige schwarz-weiße Tuschzeichnungen, die die dargestellten Kinder fast lebensgroß wiedergeben.
Das Ausgangsmaterial für die Bildserie „Kinder des Krieges“ stammt aus Pressefotos, Filmen und anderen Medien vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Gegenwärtig sind es 20 Arbeiten, die versuchen, sich diesem Thema anzunähern. Ein entscheidendes Gestaltungselement ist die Größe der Zeichnungen. Die Betrachtenden können sich diesen Bilddramen kaum zu entziehen.
Öffnungszeiten: montags bis freitags 11-17 Uhr und samstags 11 -14 Uhr. Der Eintritt ist frei.
In Alt-Aumund (An der Aumunder Kirche 5) gibt es am Sonntag, den 25. Januar um 10 Uhr einen Gedenkgottesdienst und um 11 Uhr gemeinsam mit dem Ortsbeirat und weiteren Partnern im Stadtteil eine Kranzniederlegung am Jacob-Wolff-Platz, dem Platz der ehemaligen Aumunder Synagoge. Es werden die Namen von deportierten jüdischen Mitbürgern aus Bremen Nord verlesen.
Ebenfalls am Sonntag, den 25. Januar wird um 10.30 Uhr in der Immanuel-Kapelle (Elisabethstr. 20) in einem Gottesdienst der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.
Christlich-jüdische Passionen von Barock bis Flamenco erklingen am Sonntag, den 25. Januar um 19.30 Uhr in der Kulturkirche St. Stephani (Stephanikirchhof 8).
In St. Martini Lesum (Hindenburgstr. 30) findet am Dienstag, den 27. Januar um 18 Uhr ein Gottesdienst „Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus“ statt.
Im Rahmen der neuen, offenen Diskussionsreihe „Glaube und Gesellschaft“, die zukünftig monatlich im Gemeindezentrum Zion (Kornstr. 31) stattfindet, geht es am Dienstag, den 27. Januar um 19.30 Uhr um den Umgang mit dem zunehmendem Antisemitismus.
Auf Bremen Zwei sind in der kommenden Woche morgens um kurz vor sechs Morgenandachten von Landesjugendpastorin Ragna Miller zu hören, die jeden Tag das Schicksal eines Auschwitz-Überlebenden in den Mittelpunkt ihrer Gedanken stellt.
Die katholische Friedensbewegung pax christi in Bremen lädt für Dienstag, den 27. Januar, um 18 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Shoah ein. Die Veranstaltung findet im Rosenak-Haus in der Kolpingstraße 7 statt und steht unter dem Leitwort „Schweigen ist verboten – Sprechen ist unmöglich“.
Die Landeszentrale für politische Bildung hat ein Gesamtprogramm aller Bremer Veranstaltungen zum Auschwitz-Gedenktag zusammengestellt.