Mittwoch, 18. Januar 2023

Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung

Zum 27. Januar wird in Deutschland der Befreiung des KZ Auschwitz und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Auch in Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche gibt es jedes Jahr Gedenk-Veranstaltungen, um die Erinnerung an den NS-Terror wachzuhalten und Impulse für eine friedliche Gesellschaft zu geben.

Am Freitag, den 27. Januar jährt sich die Befreiung des KZ-Auschwitz zum 78. Mal. Sie steht stellvertretend für die Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen, weshalb an diesem Datum jedes Jahr der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen wird.

BEK-Schriftführer Pastor Bernd Kuschnerus hebt aus diesem Anlass hervor, dass Menschen in Deutschland  immer noch zu oft Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit erleiden müssen. „Ich wünsche mir, dass Gedenken mehr ist als ein bloßes Ritual. Nur wer sich mit diesen beispiellos grausamen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinandersetzt, wird in der Lage sein, Anzeichen von Antisemitismus sofort zu erkennen. Nur wer sich erinnert, wird Abwertung und Entrechtung von Mitmenschen entgegentreten können, sei es am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder in den Medien. Wir alle tragen Verantwortung, damit sich derartiges nicht wiederholen kann.“

Nur wer sich erinnert, wird Abwertung und Entrechtung
von Mitmenschen entgegentreten können.

In den Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche finden aus diesem Anlass Gedenkveranstaltungen statt. In Alt-Aumund gibt es am Sonntag, den 29. Januar um 10 Uhr einen Gedenkgottesdienst und um 11 Uhr gemeinsam mit dem Ortsbeirat und weiteren Partnern im Stadtteil eine eine Kranzniederlegung am Jacob-Wolff-Platz, dem Platz der ehemaligen Aumunder Synagoge. Es werden die Namen von deportierten jüdischen Mitbürgern aus Bremen Nord verlesen.

In der Kulturkirche St. Stephani gibt es am Sonntag, den 29. und Montag, den 30. Januar zwei Gedenkkonzerte mit Maria Farantouri. In Bond of friendship–Band der Freundschaft interpretiert der griechische Stargast Songs von Mikis Theodorakis und anderen Komponisten. Unter anderem erklingt die Kantate „Mauthausen“ nach autobiografischen Texten von Iakovos Kabanelis. Gemeinsam mit Maria Farantouri musizieren Iraklis Zakkas, Henning Schmiedt und David Lynch.

Auch in St. Martini Lesum findet am Sonntag, den 29. Januar um 10 Uhr ein Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt.

Ermutigung – Lieder der Freiheit gegen das Vergessen mit der Gruppe „Argus&friends“ gibt es am Sonntag, den 5. Februar um 18 Uhr in der Kirche Unser Lieben Frauen. Zum Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz präsentieren 12 Künstlerinnen und Künstler aus 12 Ländern in 12 Sprachen Lieder von Freiheit und Widerstand.

In der Immanuelkapelle in Walle gibt es am Sonntag, den 22. Januar um 10.15 Uhr einen musikalischen Gedenkgottesdienst. Darin geht es um die Machtlosigkeit angesichts der Verbrechen des Nationalsozialismus. Es ist das Erbe der deutschen Geschichte, im Gedenken deutlich zu machen: Nichts ist vergessen, auch so viele Jahrzehnte danach. Wolfgang Baumgratz an der Orgel und Helmut Schaarschmidt mit der Oboe werden den Gottesdienst musikalisch gestalten. 

Die Landeszentrale für politische Bildung hat ein Gesamtprogramm aller Bremer Veranstaltungen zum Auschwitz-Gedenktag zusammengestellt.