Donnerstag, 16. April 2026

Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus bei der Jahrestagung des Netzwerks Sinti Roma Kirchen

Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus hält bei der Jahrestagung des Netzwerks Sinti Roma Kirchen ein Grußwort, das auf Einladung der Bremischen Evangelischen Kirche am 17. und 18. April im Bremer Domkapitelhaus tagt. "Der Bremischen Evangelischen Kirche ist die Erinnerungsarbeit auch an die leidvolle Geschichte der Kirchen mit den Sinti und Roma während der nationalsozialistischen Diktatur ein Herzensanliegen. Das Leid und die systematische Verfolgung dieser Bevölkerungsgruppe dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Deshalb freue ich mich, dass wir – auch als eine Geste der Versöhnung – die Teilnehmenden der Jahrestagung des Netzwerks Sinti Roma Kirchen hier in Bremen als Gäste begrüßen dürfen."

Den Auftakt des Treffens bildet am Freitagnachmittag eine Führung durch die Ausstellung “Mariechen. Verfolgung, Verrat und Vernichtung einer Jugendlichen” im Kreismuseum Syke an. Die Ausstellung zeigt das erschütternde Schicksal der im Alter von 17 Jahren in Ravensbrück umgebrachten Sintezza, die im Bremer Umland und in Bremen lebte und von den Nazis systematisch verfolgt wurde. Die Aufarbeitung ihrer Verfolgungsgeschichte wurde von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und dem Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. unterstützt. Im kommenden Jahr wird die Ausstellung auch in Bremen zu sehen sein.

Bei seiner Jahrestagung setzt das Netzwerk Sinti Roma Kirchen den eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung des Unrechts fort, das Sinti* und Roma* nach 1945 erlitten haben. Ein weiteres Thema sind Herausforderungen in der antiziganismuskritischen Bildungsarbeit.
Die Jahrestagung des Netzwerks Sinti Roma Kirchen knüpft methodisch und inhaltlich an die Vorjahresveranstaltung („Gemeinsam Denken“) an. Indem wir den Blick auf eine gegen Antiziganismus wirkende Bildungsarbeit und auf die Aufarbeitung des von Sinti* und Roma* nach 1945 erlittenen Unrechts richten, wollen wir die jeweiligen Aushandlungsprozesse voranbringen.


Der Theologe und Historiker Elmar Spohn wird über das Wirken des Pfarrers Georg Althaus sprechen, der sich als einer von wenigen Theologen für Holocaust-Überlebende aus der Minderheit einsetzte. In den Bildungsschwerpunkt der Tagung führt der Vortrag des gegenwärtigen Romani-Rose-Fellows Juri Kreuz ein.