Samstag, 06. Juni 2026

Kirchentag berät über Gebäudesituation

Im November 2015 hatte der Kirchentag beschlossen, den Gebäudebestand um etwa 30 Prozent zu reduzieren. Nach 2018, 2020 und 2023 erfolgt in der heutigen Sitzung die vierte Berichterstattung zur Gebäudesituation.

Die Gebäudestruktur der Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche stammt im
Wesentlichen aus den 50er und 60er Jahren und wurde zugeschnitten auf eine Zahl von über
500.000 Gemeindegliedern. Der Kirchentag lässt sich von dem Ziel leiten, diesen
Gebäudebestand in der Bremischen Evangelischen Kirche um ca. 30 % zu vermindern, damit
zukünftig nicht allzu große Anteile der zur Verfügung stehenden sinkenden finanziellen
Ressourcen für Gebäudeunterhalt und -bewirtschaftung ausgegeben werden müssen.

 

heißt es in dem Beschluss aus dem Jahr 2015.

In Gebäudekonzepten werden u.a. Mitgliederzahlen, Flächen,  Aktivitäten der Gemeinde, Kooperationen mit Nachbargemeinden, Eigenbeteiligung der Gemeinde, der baulicher Zustand / Investitionsbedarf, die örtlichen und baulichen Gegebenheiten, die Situation im Stadtteil und der Denkmalschutz berücksichtigt.

In dem jetzigen Bericht sind - geordnet nach Regionen - die jeweiligen Stände der Gebäudekonzeptionen in den Gemeinden nach dem Ampelprinzip dargestellt. Grün dargestellt sind Gemeinden, die ein Gebäudekonzept erarbeitet und umgesetzt haben.

Gelb bedeutet, dass ein zwischen Gemeinde und Bremischer Evangelischer Kirche abgestimmtes Gebäudekonzept vorliegt, so dass die Reduktionsvorgabe umgesetzt werden kann. An der Umsetzung wird erkennbar und zielstrebig gearbeitet. Gegebenenfalls sind weitere Gespräche erforderlich.

Gemeinden, die in die rote Kategorie eingeordnet sind, haben bislang kein Gebäudekonzept vorgelegt, um ihren Gebäudebestand um 30 Prozent zu reduzieren. Mit Ausnahme von kleineren Notreparaturen in dringenden Einzelfällen werden in den betreffenden Gemeinden keine Bauinvestitionen mehr durchgeführt.
 

Peter Schultz, Leiter der Kirchenverwaltung, betonte vor den Delegierten, den Gebäude-Reduktionsprozess werde man kontinuierlich fortsetzen müssen. Gebäudekonzepte seien eine Daueraufgabe, mit der sich Gemeinden weiter beschäftigen müssten. Auch eine grüne Kategorie bedeute nicht, dass die Aufgabe ein für alle Male erledigt sei. Die Bauabteilung der Kirchenverwaltung berate gerne dazu.

Mit knapp 72 Prozent stimmten die Delegierten der Beschlussvorlage zu:

1. Die Gemeinden, für die bisher noch kein Gebäudekonzept vorliegt, werden noch einmal
dringend aufgefordert, in ihren regionalen Bezügen ggf. zusammen mit benachbarten
Gemeinden mit Unterstützung des Kirchenausschusses und der Kirchenverwaltung
zeitnah ein Konzept zur Gebäudereduzierung bis spätestens zum 30. Juni 2027 zu
erarbeiten. Sofern dies nicht fristgerecht erfolgt, werden ab dem 1. Juli 2027 keinerlei
Mittel für Bauunterhalt mehr zur Verfügung gestellt.
2. Der Kirchenausschuss und der Finanzausschuss werden gebeten, auch weiterhin –
soweit es nach der Kirchensteuerentwicklung möglich ist – in den Haushalten der
nächsten Jahre finanzielle Mittel zur Umsetzung von Gebäudekonzeptionen in den
Gemeinden einzuplanen.
3. Der Kirchenausschuss wird gebeten, im Jahr 2028 erneut zu berichten.