Freitag, 13. Mai 2022

Neuer Beauftragter für den Dialog mit den Religionen

Die Bremische Evangelische Kirche hat einen neuen Beauftragten für den Dialog mit den Religionen. Pastor Andreas Quade (63), Leiter der Evangelischen Studierenden Gemeinde (ESG) wird fortan die guten Kontakte zur jüdischen Gemeinde, den Muslimen sowie allen anderen Religionsgemeinschaften in Bremen weiter pflegen und ausbauen. Zu seinen Aufgaben wird es zukünftig auch gehören, die Bremische Evangelische Kirche bei den Gesprächen der Religionsgemeinschaften mit dem Bürgermeister sowie im Rahmen der Evangelischen Kirche in Deutschland mit zu vertreten.

"Die  Evangelischen Studierendengemeinde hat lange Erfahrung mit dem interreligiösen und interkulturellen Dialog", erläutert Andreas Quade. "Das gehört bei uns zum Selbstverständnis, und auch ich habe hier im Zusammenleben mit muslimischen Studierenden, die ganz selbstverständlich in der ESG aktiv sind und zu uns gehören, viel Neues gelernt. Wir sind schon so etwas wie ein ‚House of One‘."

Dialog bedeute, aus der eigenen Blase rauszukommen. "Dabei entsteht keine Vermischung von Religionen, wie manche sie fürchten, sondern Dialog. Das Verständnis für die eigene Glaubenstradition wird ebenso gefördert, wie Respekt und Wertschätzung für andere."

Vielfalt sei ein Geschenk, betont Quade. "Je mehr man einander kennt und miteinander tut, desto stärker wachsen Respekt und Vertrauen. Aus der ESG-Erfahrung kann ich sagen: Auch ich lerne dort immer wieder auf's Neue, wieviel mehr uns als Religionen verbindet als trennt. Auch wenn manche Tradition uns unterscheidet, so haben wir doch so viele gemeinsame Werte. Es lohnt sich, das zu entdecken und sich von Menschen zu Mensch zu begegnen. Dann funktioniert die interreligiöse Nachbarschaft!"

Das bedeute, sich zu begegnen und miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsam Feste zu feiern, in der Bibel oder im Koran zu lesen und sich darüber auszutauschen. Bei einem wirklichen Dialog gehe es um mehr, als nur darum, Brücken zu bauen. "Ziel ist es, eine gute Nachbarschaft mit kurzen Wegen wachsen zu lassen." Das helfe auch in Krisenzeiten, wenn es z.B. zu antijüdischen oder antimuslimischen Übergriffen komme und Solidarität gefragt sei: "Gerade in solchen Krisen zeigt sich, ob die Nachbarschaft funktioniert. Die muss deshalb im Alltag aufgebaut und gestärkt werden."

Kontakt und weitere Informationen
Beauftragter für den interreligiösen Dialog
Pastor Dr. Andreas Quade
Telefon 0421/24 12 60
quade.esg@kirche-bremen.de