Unsere Orte

Standort Bennigsenstr.

Die Alt-Hastedter Kirche ist schon ein paar Jahre älter als die erste Hastedter Kirchengemeinde: Sie wurde nach der Mode der damaligen Zeit vor allem mit den Mitteln Bremer Geldgeber auf dem Grundstück errichtet, das der Hastedter Bauer Lampe dafür zur Verfügung gestellt hat, und im Dezember 1862 eingeweiht. Es folgte das Pfarrhaus, erst Anfang der 1930er Jahre das Gemeindehaus. Im 2. Weltkrieg wurden Pfarr- und Gemeindehaus zerstört, die Kirche stark beschädigt.

Der Wiederaufbau in der heutigen Form zog sich bis 1957. Das neue Chorfenster schuf der Kirchenmaler Gottfried von Stockhausen. Links ist die Weihnachtsgeschichte abgebildet, rechts Symbole der Passion, Tod und Auferstehung. In der Mitte thront Christus in der oberen Hälfte, während weiter unten der Erzengel Michael das Böse besiegt. Die Seitenfenster wurden 1959 vom Bremer Künstlerehepaar Ruth-Elisabeth und Peter van Beeck gestaltet, von denen auch das Abendmahlsfenster in der Sakristei stammt. Auf der linken Seite sind die Kirche als Schiff und die Sakramente dargestellt, auf der rechten Himmelfahrt, Pfingsten und Trinität. Die Ausgestaltung mit Malereien wie vor der Zerstörung konnte leider nicht wieder realisiert werden. 

1973 folgte die Orgel von Rudolf Janke, die wunderbar zur Akustik der Kirche passt. Sie umfasst je acht Register in Haupt- und Brustwerk und sieben im Pedal.

Standort Drakenburger Str.

Die Auferstehungskirche war zur Zeit ihres Entstehens der modernste Kirchbau Bremens. Der erste Pastor der Auferstehungsgemeinde, Klaus Berg, hatte den Bremer Architekten Carsten Schröck mit dem Neubau beauftragt. „Das Gemeindezentrum der Auferstehungsgemeinde sieht aus wie eine kleine, in sich geschlossene Stadt, die gebildet wird von den vielen Räumen unterschiedlicher Größe, über denen hoch die Kirche aufragt, die sich zu allen diesen Räumen hin weit öffnet“; so beschrieb Carsten Schröck den Bau und gleichzeitig den Geist des Gemeindezentrums, der auch bei späteren Umbauten gewahrt blieb; Kirche und Gemeindezentrum stehen seit vielen Jahren unter Denkmalschutz. Das gesamte Gemeindezentrum, das mit der Kirche verbunden ist, ist durch viele Türen zum Stadtteil hin offen konzipiert und durchgängig ebenerdig; der einzige erhöhte Raum ist der Altarraum, zu dem zwei Stufen hinaufführen. Selbst der Fußbodenbelag in den Gängen des Gemeindezentrums, kleine unebene Blöcke aus Hirnholz, ahmen Straßenpflaster nach.

Der Volksmund nannte die Kirche bald den „Sessel des lieben Gottes“ und in Anspielung darauf sagte Klaus Berg in der Einweihungspredigt: „Ja, es kann uns nichts Besseres widerfahren, als wenn Gott mitten unter uns seinen Thron aufrichtet.“ Verbaut wurden bewusst die Materialien, die im damaligen Industriestandort Hastedt allgegenwärtig waren: Beton, Holz, Metall und Glas.

Bis heute vermittelt der Kirchraum eine Mischung aus Offenheit und Beheimatung. Der weiße Altarraum wird morgens durch das große Oberlicht (bei entsprechendem Wetter) von der Sonne durchflutet. Die gebogene Betonschale ist mit bunten Mosaikfenstern und einem Buntglasmosaik des Auferstandenen des Quelkhorner Künstlers Erhart Mitzlaff geschmückt. Taufbecken, Kerzenleuchter und Kanzel, die der Kunstschmied Hermann Carl Rippe gestiftet hat, fügen sich harmonisch in den Altarraum ein. Und von der Empore erklingt im Gottesdienst die 1960 von Alfred Führer gebaute und 1976 von Rudolf Janke überarbeitete Orgel.

Kirchenführungen

Unter dem Titel „Bögen und Brücken“ bietet unser ehrenamtlicher Kirchenführer Hellmut Lühmann Führungen für Gruppen an. Kirchgebäude, Gemeinde und Besucher im Spannungsfeld der Moderne. Sich auf den Weg machen. Immer wieder neu gucken und anders wahrnehmen. Eine Führung und Erkundung mit allen Sinnen. Die Führung/ Erkundung ist erlebnis- und kommunikationsorientiert gestaltet, enthält Mitmach-Aktionen und kann auf die Bedürfnisse der Gruppe ausgerichtet werden.

Kontakt: Hellmut Lühmann, Tel.: 0421-3506869

Polnische Zwangsarbeiterinnen

In den 1980er Jahren ist sich die Gemeinde der Geschichte des Grundstücks in der NS-Zeit bewusst geworden: Dort stand die Großwäscherei Hayungs, in der polnische Zwangsarbeiterinnen beschäftigt waren, von denen viele bei einem Luftangriff am 12.10.1944 in einem provisorischen Erdbunker an der Wendeschleife der Straßenbahn ums Leben kamen. In einer Initiative Hastedter Bürger um den Kunsthistoriker Chris Steinbrecher, an der unsere Gemeinde, die Stadtteilstiftung und das Ortsamt Hemelingen beteiligt war, ist am Ort des Erdbunkers ein Gedenkstein aufgestellt und am 9. September 2012 eingeweiht worden.

Dokumente zum Herunterladen:

F. Grützner: „Die polnischen Zwangsarbeiterinnen der Großwäscherei Hayungs als Teil der Polenversklavung in Bremen während des II. Weltkrieges

E. Behm-Blüthgen: „Zwangsarbeit bis in den Tod“ (Auferstehungsnachrichten Juni 2012)

E. Behm-Blüthgen: „Wir wollen unter uns keine Sklaven sehen" (Auferstehungsnachrichte September 2012)