Band / Orchester | Chor | Instrumental | Konzert

aeterneA - ein interreligiöses Brahmsrequiem für alle Menschen

Musik für Soli, Chor und Orchester

So., 14.03.2027 | 19:30 - 21:00 Uhr

Ort der Veranstaltung: Kulturkirche St. Stephani Bremen | Stephanikirchhof 8, 28195 Bremen

Veranstaltungs-ID: 38437

aeterneA - ein interreligiöses Brahmsrequiem für alle Menschen - Musik für Soli, Chor und Orchester

Komposition: Ilgın Ülkü, Udi Perlman, Yudania Gómez Heredia, Ehsan Ebrahimi, Maximilian Guth (nach Johannes Brahms); Konzeption & Instrumentierung: Maximilian Guth

Ausführende: Bremer Kantorei St. Stephani; Ensemble Asambura mit Solist*innen; Dirigent: Tim Günther

Eintritt: 26 / 14 Euro – mit Bremen-Pass: 8 Euro - Informationen zum Kartenverkauf und direkter Vorverkaufslink siehe unten

 

DAS WERK:

aeterneA ist eine kompositorische Neudeutung des „Deutschen Requiems“ von Johannes Brahms. Vor über 150 Jahren wurde es im Bremer St. Petri Dom uraufgeführt. Brahms brachte darin seine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Lebens, dem unwiederbringlichen Verlust und schließlich Trost zum Ausdruck. Dabei greift er einerseits auf eine weit in die Vergangenheit zurückliegende Vorstellung von Ewigkeit zurück:

Dass die Vergänglichkeit des Diesseitigen in etwas ewig Bleibendes überführt wird. Und gleichzeitig wollte er berührend den Hinterbliebenen Trost spenden – seine persönliche Religionsperspektive mit ausgewählten biblischen Texten.

Clara Schumann beschrieb Brahms‘ Werk als „wahrhaft menschlich“, also alle Menschen betreffend.

Wie kann ein „deutsches Requiem“ in einer so vielfältigen, mehrdimensionalen Gesellschaft klingen? Ausgehend von Brahms’ Komposition wird klanglich und interreligiös weitergedacht und neu gedeutet, vor vielfältig kulturellen Horizonten und interreligiöser Friedenssehnsucht durch künstlerisch-interreligiöse Reflexionen aus islamischem Sufismus, westafrikanisch-synkretischen Musiktraditionen und jüdisch-hebräischen Impulsen.

aeterneA reflektiert Vergänglichkeit, Verlust und Trost aus vergangenen wie gegenwärtigen Perspektiven und möchte Raum für ein Miteinander in Vielfalt öffnen.

 

DAS ENSEMBLE:

Im asambura ensemble finden sich Musiker*innen ganz verschiedener Herkunft und kultureller Zugehörigkeit. Die musikalische Spezialität: Klassische Werke werden mit Neukompositionen oder interkulturellen, interreligiösen Elementen kombiniert. Auf diese Weise bekommen die klassischen Werke den aktuellen künstlerischen, psychologischen, selbstverständlich oft auch politischen Bezug zurück, den sie hatten, als sie komponiert wurden – und die heutige Auseinandersetzungskultur wird rückgebunden auf geschichtliche Beispiele und bereits gesammelte Erfahrungen. Interkulturalität Durch die Kombination vieler unterschiedlicher Perspektiven, die Verbindung zwischen „Alt“ und „Neu“ und die Sicht aus verschiedenen Kulturen heraus schützt vor Verengung und Ideologisierung, zwingt zur Beschäftigung mit dem/den Fremden und eröffnet dadurch ganz neue Horizonte, die wir alle so dringend brauchen.

 

DIE KOMPNIST*INNEN:

Udi Perlman beleuchtet klanglich und biografisch die Bezüge zu jüdischen Traditionen, ausgehend von den zugrunde liegenden, meist alttestamentarischen Texte, die teils auch auf Hebräisch erklingen werden. Ein wiederkehrendes Thema in Brahms‘ Werk ist das Konzept der Vergänglichkeit. In der jüdischen Tradition können Rituale als Mittel betrachtet werden, um mit der vergänglichen Natur des Lebens umzugehen. Diese Rituale spielen eine entscheidende Rolle beim Widerstand gegen die Vergänglichkeit in der Existenz. So werden Motive aus der Brahmsvorlage fragmentarisiert und durchweben scheinbar ewig die Klanglichkeit, in polaren Dimensionen zwischen aeternae und perpetua als Dimensionen von Ewigkeit, zwischen zeitloser Ruhe und einer nie aufhörenden Bewegung. Ebenso ist die mehrstimmige Resonanz von Glockenklängen Inspiration für einen Interreligiösen Brückenschlag.

Yudania Gómez Heredia lotet Verbindungen mit ihrer eigenen Yoruba- und afrokubanischen Tradition aus: Die Yoruba-Religion, die ihren Ursprung in verschiedenen westafrikanischen Regionen wie Teilen Nigerias und Benins hat, wurde durch den Sklavenhandel nach Amerika exportiert und bildet den Ursprung für einer Reihe von Traditionen der lange Zeit Unterdrückten, die bis heute in verschiedenen Gebieten Amerikas praktiziert werden, darunter Brasilien, Trinidad und Tobago und Kuba. Diese Traditionen, meist durch polyrhythmische Strukturen geprägt, enthalten verschiedene Formen der Synkretisierung, bei denen eine traditionelle westafrikanischen Glaubensvorstellungen mit christlichen Elementen verschmolzen wurden. Diese Verbindung führte zur Entstehung der „Santería“, einer Praxis, die nicht nur spirituelle Rituale umfasst, sondern ein Zusammenwirken von Klang, Trance, Gesellschaftsereignis und Kontakt zu verschiedenen kleinen Gottheiten, die über das Leben der Menschen mitentscheiden und permanent mit ihnen interagieren. 

Ilgın Ülküs‘ Kompositionen verbinden Brahms mit der vom islamischen Sufismus inspirierten menschlichen Lebensreise von der Geburt bis zum Tod. Die Musik fängt die Wahrnehmungen dieses Lebensweges ein, beginnend mit der unbewussten Neugierde bei der Geburt bis hin zur Bekanntheit im Angesicht des Todes. Durch melodische Maqamfragmente und Textpassagen aus dem Requiem entsteht ein atmosphärischer Klangteppich, der sich allmählich zu zirkulären rhythmischen Pattern entwickelt. Textfragmente islamischer Gebetstraditionen werden dabei auf übereinanderlagernden Tonhöhen rezitiert, die zu einem mehrsprachigen Stimmenwirrwarr führen. Zudem collagiert die Klangschaft traditionelle Tasawwuf-Musik in Ney, Santur und Oud.

Maximilian Guth instrumentierte Brahms’ Requiem für eine kammermusikalische, farbenreiche wie charakteristische asambura Klangfärbung neu und lässt gemeinsam mit Ehsan Ebrahimi mehrdimensionale Klangkosmen entstehen und möchte Raum für ein Miteinander in Vielfalt öffnen. Die mehrstimmige Resonanz von obertonreichen glockenartigen Impulsklängen, mehrdimensionalen, vom jüdischen Gebet inspirierten mehrstimmigen Rezitationen in verschiedenen Geschwindigkeiten und islamischen Traditionen nachempfundene vibrierende Schwebungen werden Metaphern für interreligiöse Brückenschläge.

 

Informationen zum Vorverkauf: Karten sind erhältlich bei Nordwest-Ticket unter 0421-36 36 36 und 0441-99 88 77 66, bei allen angeschlossene Verkaufsstellen und im Netz unter www.nordwest-ticket.de. Außerdem im Evangelischen Informationszentrum "Kapitel 8" (Domsheide), bei den Buchhandlungen Georg Büchner und Humboldt sowie in der Musikdirektion der Kulturkirche St. Stephani Bremen, telefonisch unter 0421-30 22 42. Und natürlich an der Abendkasse

Direkter link zum Vorverkauf: https://www.ticketmaster.de/event/1349137362?language=de-de&camefrom=de_nordwest_shop_hp&brand=de_nwt&subchannel_id=10084

asambura ensemble

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