Donnerstag, 17. September 2026

Präses und Kirchenpräsident in Gdańsk: "Gemeinsam dem Frieden dienen"

Im Rahmen des Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Gdańsk und Bremen reist eine Bremer Delegation an diesem Wochenende in die polnische Partnerstadt. Im Juni waren Gäste aus Gdansk in Bremen zu Gast, jetzt erfolgt der Gegenbesuch. Neben Präses Maria Esfandiari und Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus sind auch Bläserinnen und Bläser des Evangelischen Posaunenwerks Bremen unter Leitung von Landesposaunenwart Rüdiger Hille mit dabei, die musikalische Grüße aus Bremen überbringen. Auch eine Begegnung mit politischen Vertretern der Stadt Gdańsk steht auf dem Programm.

Die Bremer Kirchenrepräsentanten treffen Dr. Marcin Hintz, Bischof für die Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. In seiner Gemeinde in Sopot wird das Evangelische Posaunenwerk am Freitag (18. September) ein Konzert geben. Am Sonntag (20. September) feiern Gastgeber und Gäste gemeinsam einen ökumenischen Festgottesdienst in Sopot, im Anschluss findet eine Begegnung mit der Gemeinde statt.

Ein weiterer Höhepunkt ist die ökumenische Vesper bereits am Samstagnachmittag (19. September) in der St. Michaelskapelle der Danziger Marienkirche. Dort kommen die Bremer Gäste mit dem dortigen Prälaten Ireneusz Bradtke von der Marienkirche in Gdańsk zusammen.

Unsere Partnerstädte verbindet vieles: die Geschichte, die Kultur, der politische Austausch. Auch das gemeinsame ökumenische Gebet verbindet uns. Wir sollten seine Kraft nicht unterschätzen!

 

Das gemeinsame Gebet eröffne einen weiten Horizont, so Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus.

Ob wir katholischen oder evangelischen Bekenntnisses sind, ob Polnisch unsere Muttersprache ist oder Deutsch: Bei Gott haben wir unsere Heimat. Gott will den Frieden.

 

Deshalb beteiligt sich die Bremische Evangelische Kirche mit den evangelischen und katholischen Partnerkirchen am Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Gdańsk und Bremen. Der Kirchenpräsident betont bei seiner Vesper-Ansprache die Verantwortung der Deutschen für die deutsch-polnische Geschichte. Die Erinnerung an das Leid, das Deutsche über ihr Nachbarland gebracht haben, hat für Bernd Kuschnerus eine klare Konsequenz:

Bitten wir Gott um seinen Geist, dass wir das Eigene schätzen und das Fremde achten, uns füreinander interessieren und die Begegnung und den Austausch suchen,  dass wir bereit sind, voneinander zu lernen und im Frieden miteinander zu leben!

 

Er wünsche sich, sagt Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus, dass die Verbindung zwischen Bremen und Gdańsk auch auf kirchlicher Ebene weiter an Gestalt gewinnt. 

Wir können das Eigene schätzen und das Fremde achten, uns füreinander interessieren und voneinander zu lernen, um gemeinsam dem Frieden zu dienen.

 

Bremische Evangelische Kirche förderte deutsch-polnisches Jugendtreffen in Gdańsk Ende August

Erst kürzlich (29. August bis 1. September) waren Jugendliche aus Bremen in Gdańsk zu Gast. Unter dem Motto „Brücken bauen“ stand die Jugendbildungsfahrt ganz im Zeichen der deutsch-polnischen Begegnung. Die Bremer Jugendlichen trafen auf verschiedene kirchlichen Gruppen, um einen weiteren Austausch im kommenden Jahr vorzubereiten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Jugendliche auch im kirchlichen Kontext den europäischen Gedanken leben und Demokratie stärken können. Die Bremische Evangelische Kirche hatte das deutsch-polnische Jugendtreffen finanziell gefördert.

Hintergrund zur Städtepartnerschaft

In diesem Jahr feiern Bremen und Gdańsk 50 Jahre Städtepartnerschaft und zugleich das 35-jährige Bestehen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages. Die Unterzeichnung der Partnerschaft am 12. April 1976 stand unter der Prämisse "Dialog statt Kalter Krieg" und war die erste offizielle Partnerschaft zwischen einer westdeutschen und einer polnischen Stadt. Danzig und Bremen haben in den 1970er Jahren einen wichtigen Schritt zur Versöhnung und Annäherung von durch den Eisernen Vorhang getrennten Völkern getan. Mehr zur Geschichte der Städtepartnerschaft und zum Jubiläumsprogramm auf der Website des Rathauses.