Freitag, 23. Oktober 2026
Rachel erzählt – das kurze Leben der Rachel Abraham
Anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation Bremer Juden und Jüdinnen im November 1941 nach Minsk, lädt die Kulturkirche St. Stephani am Sonntag, den 1. November zu einer Erzählung – verbunden mit Live-Musik am Flügel sowie mit Bildern und historischen Dokumenten – zur Situation in Bremen 1941 und der Deportation nach Minsk ein. Eine Bremer Geschichte aus dem Stephani-Viertel von Mut und aufrechtem Gang, erzählt aus der Sicht eines kleinen jüdischen Bremer Mädchens.
„Rachel erzählt“ ist kein Vortrag, sondern eine besondere Form der Erinnerung: Die Geschichte der jüdischen Familie Abraham wird aus der Perspektive der kleinen Rachel erzählt. 2026 wäre Rachel 85 Jahre alt geworden – sie könnte heute noch in Bremen leben. Ihre Geschichte macht die Ereignisse von 1941 unmittelbar und persönlich erfahrbar.
Der Ort der Veranstaltung ist dabei selbst Teil der Geschichte: In der Kirche St. Stephani wurden Rachels Eltern Johanna und Ernst Moritz Abraham getraut, Rachel wurde hier getauft, ihre Geschwister gingen hier zur Schule. Vor ihrer Deportation wurde die Familie in der Kirche mit einem Gottesdienst verabschiedet.
Zugleich steht die St. Stephani-Gemeinde für Menschen, die sich trotz der Gefahren und der zu befürchteten Repressionen der NS-Diktatur mutig an die Seite der Familie stellten. Die Kirche wird damit zugleich zum Erinnerungs- und Tatort.
Die Erzählung verbindet historische Dokumente und Bilder mit Live-Musik am Flügel – von Johann Sebastian Bach und Robert Schumann bis zu Fazıl Say. So entsteht ein multimediales Erinnerungsprojekt, das nicht nur die Schrecken der Verfolgung sichtbar macht, sondern auch die „wärmenden Lichter“ menschlicher Courage.
„Rachel erzählt“ möchte neue Wege einer lebendigen Erinnerungskultur beschreiten und zugleich dazu ermutigen, auch heute bei Angriffen auf unsere demokratischen Grundwerte Haltung zu zeigen.
Der Eintritt ist frei. Spenden zur Ergänzung der Stolpersteine der Familie Abraham vor St. Stephani sind herzlich willkommen.
„Rachel erzählt“ ist eine Veranstaltung der Kulturkirche St. Stephani und des Evangelischen Bildungswerks.
Sie wird unterstützt vom Kinderhospiz Löwenherz Syke, dem Bremer Hebammenverband, der Bürgerstiftung Bremen, der Landeszentrale für politische Bildung, der VHS-Bremen und vielen weiteren Organisationen in Bremen, die sich einer demokratischen Erinnerungskulturarbeit verpflichtet sehen.
„Rachel erzählt“: Aktueller Flyer zum Download
Mitwirkende
- Text, Sprecher und Recherche: Dr. Johannes Schnepel-Boomgaarden
- Eingangsworte:
"Sich erinnern" Hedwig Thelen, Krankenhausmuseum Bremen &
"Nachbarin Rachel" Ralf Perplies, Direktor der Bremer Volkshochschule, Bamberger Haus - Am Flügel: Ida-Marlene Willach & Jannek Boomgaarden
- Fotografie und Recherche: Bärbel Schmidt
- Bildtechnik und Präsentation: Jakob Boomgaarden
- Veranstaltungstechnik: Peter Struck