Wir sind Fans der Schöpfung

Natürlich Klimaschutz

Klimaschutz liegt in der DNA der Kirche, schließlich verpflichten wir uns schon lange auf die Ziele Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Bereits seit vier Jahrzehnten ist der Umweltschutz ein Kernthema unserer Kirche. Sie gehörte zu den ersten Landeskirchen, die einen Umweltbeauftragten beriefen und hat sich schon vor Jahren auf ein ökofaires Beschaffungswesen verständigt.

Gemeinsam sind Kirchen und kirchliche Einrichtungen Teil eines breiten Bündnisses von gesellschaftlichen Gruppen und Umweltinitiativen, die sich für Klimagerechtigkeit sowie eine Industrie- oder Energiewende einsetzen. Sie haben das Netzwerk Churches for Future initiiert, dem mehr als 50 Landeskirchen, kirchliche Einrichtungen, Dienste und Werke angehören.

Pastor Uli Klein, Umweltbeauftragter der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), betont: "Politisch muss sich endlich mehr bewegen! An den Corona-Maßnahmen haben wir doch auch gesehen, dass es durchaus möglich ist, in einer Krise politische Entscheidungen zum Schutz der Menschen zu treffen. Ich frage mich, warum wir in Sachen Klimaschutz immer noch mit Engelszungen reden müssen. Bereits seit rund 30 Jahren ist er Thema, aber nun ist es fünf vor Zwölf.“

„2005 hat die BEK sich ehrgeizige Ziele für den Klimaschutz gesteckt",  so BEK- Klimaschutzmanagerin Susanne Fleischmann, „und zwar bis 2030 den CO2-Ausstoß um die Hälfte zu senken und bis 2050 sogar um 80 %. Ziel bis 2030 ist eine dauerhafte jährliche Einsparung von mindestens 3.000 Tonnen CO2 . Gut die Hälfte wird bereits eingespart. Die Zwischenbilanz zeigt, wir sind voll im Plan."

Auch BEK-Schriftführer Bernd Kuschnerus unterstützt die Ziele der Klima-Aktivisten. „Als evangelische Kirche bekennen wir uns zum biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren. Sie ist ein Geschenk Gottes und ein Zeichen seiner Liebe. Deshalb haben wir den Auftrag, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch die globale Klimagerechtigkeit, damit Menschen weltweit auch zukünftig die Lebensgrundlagen haben, die sie brauchen. Das ist auch ein Beitrag dazu, Fluchtursachen zu bekämpfen.“

In der Bremischen Evangelischen Kirche spielt Klimaschutz schon lange eine wichtige Rolle. Zahlreiche Gemeinden und Einrichtungen kontrollieren ihren Energie-Verbrauch im Grünen Datenkonto, beteiligen sich am  Klimafasten, an Fahrrad-Projekten oder Klimaschutz-Demos. Auch die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitenden in Sachen Klimaschutz wird groß geschrieben. Die BEK achtet darauf, nicht in klimaschädliche Geldanlagen zu investieren. Seit 1987 gibt es hier eine Umweltschutzarbeit, 2010 wurden ehrgeizige Klimaschutzziele verabschiedet und 2018 ein Klimaschutzfond in Höhe von 160.000 Euro jährlich etabliert. 

Die Klima-Bilanz der BEK kann sich sehen lassen:

  • mehr als 20 Solaranlagen (15 Photovoltaik- und 7 Solarthermie-Anlagen, weitere PV-Anlagen sind in Planung)
  • eine Selbstverpflichtung zur öko-fairen Beschaffung
  • systematische Verbrauchsmessungen (Strom, Wärme, Wasser) im Grünen Datenkonto
  • Energie- und Klimaschutzkonzept für Gemeindehäuser, Kindertagsstätten usw.
  • energieeffizientes Bauen und Sanieren
  • 10 Blockheizkraftwerke, weitere sind in Planung
  • 3 Wärmepumpen
  • Umstellung auf LED-Beleuchtung
  • Gründächer und Blühstreifen in Gemeinden und Einrichtungen
  • ökologische Kriterien für die Bewirtschaftung kirchlicher Friedhöfe
  • Lastenfahrräder statt Pkw-Transporte (Gemeinden haben Lastenfahrräder angeschafft und die Domgemeinde beliefert die Kitas per Lastenradtaxis mit Essen)

Susanne Fleischmann begrüßte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG), das den Bund verpflichtet hat, das Klimaschutzgesetz deutlich nachzubessern. Verbindliche Zielmarken sind nun die Einsparung von mindestens 65 Prozent CObis 2030 und 88 Prozent bis zum Jahr 2040 sowie Klimaneutralität bis 2045. "Diese neuen Zielmarken gehen über die bisherigen Klimaschutzziele der Evangelischen Kirche in Deutschland hinaus. Aber mit neuen Projekten, wie z.B.  Schöpfungsfreundliche Kita und einer Solarkampgne für alle Dächer, die sich für Photovoltaikanlagen eignen, justieren wir als Bremische Evangelische Kirche natürlich nach."

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